Aller Anfang ist schwierig, schnell wurde es besser

Mittwoch, 26.8.26. Selten freut man sich, wenn der Wecker um 5 Uhr morgens klingelt. Doch heute war alles anders. Freudig sprangen Nadine und Sam aus dem Bett, denn endlich ist es so weit. Unsere lang ersehnten Ferien auf der Cachana stehen an! Pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk (wer uns kennt weiss, wie aussergewöhnlich das ist) verliessen wir unser vertrautes Zuhause und machten uns mit dem Bus auf den Weg Richtung Bahnhof. Noch kurz einen Kaffee to go und dann ab auf den Zug. Erster Stopp Zürich. Da uns mit unserer geplanten Verbindung in Zürich die Zeit für das Umsteigen etwas knapp erschien, schlug Nadine vor, dass es auch auf die etwas früher fahrende S11 reichen würde. Sam, geblendet von Nadines SBB-Reiseerfahrung als Vollzeitpendlerin, stimmte zu. So sassen wir also gemütlich unsere Kaffees schlürfend im Zug, vertrieben das letzte Bisschen Morgenmüdigkeit und freuten uns auf die anstehende Reise. Die Träumerei fand ein abruptes Ende, als eine Horde übermotivierter KontrolleurInnen den Zugwagen stürmte. Wir wunderten uns beide kurz über die etwas unübliche Zeit für eine Grosskontrolle, blieben aber tiefenentspannt, da wir unsere Billettes griffbereit auf unseren Handys hatten. Den QR-Code präsentierend rissen uns die Worte der Kontrolleurin aus unserer Sorglosigkeit zurück in die knallharte Realität. “Dieses Billette ist aber nicht gültig. Haben Sie nicht gesehen, dass sie ein Sparbillette gelöst haben?”. Das darf doch nicht wahrsein! Nach anfänglichem Unglauben und der Hoffnung, es handle sich um ein Missverständnis, dann die grosse Ernüchterung. Wir hatten tatsächlich ein Sparticket gelöst. Und wie alle ÖV-Profis unter euch wissen, hat man mit einem solchen keine freie Zugwahl mehr. Sam möchte an dieser Stelle noch anmerken, dass er dieses Wissen auch von Nadine erwartet hätte, ist sich aber bewusst, dass er auch eine klitzekleine Teilschuld an unserer misslichen Lage trägt. Schliesslich hat er die Billettes gekauft. Da sich die Kontrolleurin in ihrem morgendlichen Übereifer leider durch keine unserer Argumente erweichen lies, kassierten wir beide eine Busse für fahren ohne gültige Fahrkarte. Wer jetzt denkt wir hätten somit 100 Franken aus dem Fenster geworfen hat weit gefehlt. Wir cleveren Sparfüchse haben mit dem Sparbillette 6 Färnklis auf die gesamte Reise eingespart. Macht dann also nur 94 Franken, was mindestens als Teilerfolg gewertet werden kann.

Mit etwas gedämpfter Stimmung, dafür ohne Stress weil wir ja eine Verbindung früher in Zürich waren, stiegen wir am HB in den TGV Richtung Paris ein. Dieser Abschnitt unserer Reise verlief ohne weitere Zwischenfälle. Wir vertrieben uns die Zeit mit Plaudern, Lesen, Musikhören und schlafen.

Oder sich schlafend stellend, denn wie sich kurze Zeit nach der Abfahrt in Zürich herausstellte, kamen wir in den Genuss von extrem redebedürftigen Sitznachbarn. Das nette Paar, ebenfalls aus der Schweiz (selbstredend könnten wir hier nun ihre halbe Lebensgeschichte wiedergeben, ersparen es der Leserschaft aber) quaselte die ganze Fahrt von doch 4.5 Stunden(!) non-stop durch. Selbstredend empfanden wir unsere Ankunft in Paris als wahre Erlösung. Da wir zwischenzeitlich noch realisierten, dass wir den von MuP bestellten Raclettekäse zuhause im Tiefkühler vergessen hatten, jagte Nadine Sam auf dem Weg zwischen Gare de Lyon und Gare Saint Lazare auf einem Eilmarsch durch die Stadt zur nächstgelegenen Fromagerie. Dort angekommen wurden unsere Hoffnungen zerschlagen als wir von den Besitzern, welche durch unsere anscheinend amüsierende Frage leicht erheitert schienen, darauf hingewiesen wurden, dass doch überhaupt nicht Raclettesaison sei. Im Laufschritt ging es somit ohne Käse wieder zurück zum Bahnhof, wo wir nach kurzem Warten infolge Verspätung unseren Zug Richtung Cherbourg bestiegen.

In Cherbourg angekommen ging es als erstes in den nahegelegen Carefour, da wir uns weigerten die Mission Raclette schon aufzugeben. Unser Durchhaltevermögen wurde schlussendlich doch belohnt und wir verliessen den Laden mit reichlich Käse im Rucksack. Darauf mussten wir natürlich anstossen. Also ab in die Innenstadt, wo wir uns ein erstes Ferienbier genehmigten, welches wir aber ziemlich hastig trinken mussten, da der Fussmarsch zum Fährenhafen doch gute 40 Minuten in Anspruch nahm. Ordentlich durchgeschwitzt dafür pünktlich bestiegen wir um 18 Uhr die Fähre Richtung Poole.

Die Viereinhalbstündige Überfahrt vertrieben wir uns mit Abendessen, schlafen und lesen. Um 22 Uhr wurden wir mit offenen Armen von den Skippern der Cachana herzlich empfangen. Der obligate Ankunftsdrink wurde zu sich genommen während wir die wichtigsten Informationen und organisatorischen Punkte besprachen. So zum Beispiel der Grund für das etwas unordentliche Unterdeck sowie die 5 seltsamen Kanister, welche etwas verloren herumstanden. Diese Geschichte sparen wir uns aber für morgen, da wir jetzt müde aber glücklich in unsere Kojen kriechen.

Während Sam noch im Tiefschlaf versunken war und Nadine sich mit ihrem ersten Morgenkaffee auf den Tag vorbereitete, zogen Susanne und Chérif bereits los, um beim lokalen Fischhändler einzukaufen. Zurück auf dem Schiff mit diversen Leckerbissen wurden diese verstaut und da nun alle wach und aufnahmefähig genug waren, der weitere Tagesablauf besprochen. Einerseits gab es die Option, noch eine Tag in Poole zu bleiben, da für heute Abend ein grosses Feuerwerk angekündigt war. Andernfalls würden wir uns zeitnah auf den Weg Richtung Isle of Wight machen und auf dem Weg die Gelegenheit haben, eindrückliche Kalksteinformationen entlang der Küste bestaunen zu können. Da die erste Option bedingt hätte, dass wir am nächsten Morgen sehr früh auslaufen müssten und die Coolness von Kalkfelsen die von Feuerwerk um Weites übersteigt, entschieden wir uns dafür auszulaufen. Somit galt es die Lebensmittelvorräte im lokalen Supermarkt weiter aufzustocken. Dieses Mal nahm sich die ganze Crew der Aufgabe an. Zurück auf dem Schiff wurde alles Verstaut, die Wasservorräte aufgefüllt und die zum späteren Verzerr eingekauften Meerschnecken in Salzwasser eingelegt. Dann legten wir ab. Ciao ciao Poole. Bereits nach 30 Minuten fahrt wurde der Anker innerhalb der hübschen Bucht von Poole geworfen und wir nahmen ein leckeres Mittagessen mit Krabben, Crevetten, Schnecken und allerlei Antipasti zu uns.

Nadine und Sam machten anschliessend den Abwasch und MuP bestrich das Deck mit einer übel riechenden Flüssigkeit, welches das Teak-Deck gegen Algenbewuchs schützen soll. Wer bis hierhin aufmerksam mitgelesen hat weiss, dass da noch 5 Kanister waren. In eben diesen Kanistern ist beziehungsweise war die übel riechende Flüssigkeit gelagert. Dumm nur, wenn einer der Kanister unbemerkt Leck schlägt und sich die gesamte Flüssigkeit in der Bilge verteilt. Genau das ist MuP nämlich kurz vor unserer Ankunft gestern passiert. Die anschliessende Reinigungsaktion hat mehrere Stunden gedauert und einiges an Nerven abverlangt. Nun wisst ihr Bescheid. Gestärkt und zufrieden ging die eigentliche Reise Richtung Isle of Wight los. Sobald wir die geschützte Bucht verlassen hatten, waren wir den Wellen und der Strömung voll ausgesetzt und wurden ordentlich durchgeschüttelt. Umso weiter wir uns vom Land entfernten desto mehr beruhigte sich die See und wir konnten den Blick auf die eindrücklichen Kalksteinklippen und das freundliche Wetter geniessen.

Anschliessend nahmen wir Kurs auf Isle of Wight. Die ungefähr 15 Meilen bis zur südlichsten Spitze der Insel legten wir dank gutem Wind und der Strömung in Kursrichtung rasch zurück. Sam wurde im Verlauf der Route allerdings immer stiller, da sich sein Magen noch nicht ganz an das im Vergleich zum spiegelglatten Untersee raue Meer des Solents gewöhnt hatte. Das kommt aber bestimmt noch. Am Südspitz der Insel empfingen uns abermals imposante Kalkfelsen, welche sich wie altertümliche Festungstürme aus dem Wasser in den Himmel schraubten.

Nach kurzer Zeit kamen wir dann auch schon in Yarmouth an, unserem ersten Stopp auf der Isle of Weight. Nach einem wohlverdienten Ankunftsdrink, Sam war zu diesem Zeitpunkt auch wieder interaktionsfähig, wurden die am Morgen erworbenen Sepias fachgerecht und höchst professionell unter Anleitung von Chat Gpt von Nadine und Susanne ausgenommen. Das darauf folgende Abendessen war köstlich und wir haben den Abend mit schönen Gesprächen und einem Schlumi ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen ging es nach den obligaten Morgenkaffees dann auch schon weiter Richtung Cowes, einer der grösseren Ortschaften der Insel. Uns wurde zugetragen, dass hier dieses Wochenende das weltweit grösste Vespa- und Scootertreffen stattfinden würde. Als wir dann, gejagt von einer der grossen Fähren, welche von Southampton hierher fahren, in den Hafen einfuhren, bestätigte sich das auch. Das riesige Schiff war voll von Zweirädern jeglicher Art und als sich die Rampe der Fähre zum Land senkte, ertönte ein wildes Orchester von Motoren. Wie wir später herausfinden sollten, war dies nicht der einzige Grossanlass an diesem Wochenende. Zusätzlich wird am Samstag und Sonntag auch noch ein Speed Boat Event sowie ein Motorboot Old Timer Treffen stattfinden.

Deshalb war es rückblickend auch wenig überraschend, dass der Haupthafen der Ortschaft uns am Funkgerät mitteilte, dass sie restlos ausgebucht waren. Wir fanden dann jedoch im gleich angrenzenden Yachthafen noch einen Platz. Nach dem traditionellen Ankunftsdrink machten wir uns auf den Weg, dass Städtchen zu erkunden. Wir flanierten gemütlich der von kleinen, herzigen Geschäften gesäumten Hauptstrasse entlang und schauten ab und an in ein Geschäft hinein.

Einige unsere Crew liessen sich die Gelegenheit nicht nehmen und erbeuteten dabei noch ein paar stilistisch hochstehende Schnäppchen. Ermüdet von der Einkaufstour aber angeregt durch die netten Interaktionen mit der lokalen Bevölkerung, brauchten wir dringend eine kleine Pause. Diese genossen wir in einem authentischen Pub und nutzen die letzten Sonnenminuten für einen Videoanruf auf der Terasse mit der Crew der Carissima Mare.

Danach spazierten wir gemütlich zurück zum Schiff. Dort angekommen war der nächste Programmpunkt dem Nachtessen gewidmet. Es gab zur grossen Freude aller Anwesenden Reis, frischen Broccolisalat sowie köstliche Seezunge. Dieser kulinarische Höhepunkt wurde sogleich auch genutzt, um Nadine und Sam die Kunst des Filetierens eines äusserst flachen Fisches beizubringen. Mit kleinen ästhetischen Unterschieden genossen wir alle ein sehr leckeres Nachtessen und den gemütlichen Abend zusammen.

Heute hat das Wetter umgeschlagen. Wir wurden von starkem Regen und Wind geweckt. Die Marina ging leider nicht auf Nadine und Sams “Bittibätti” ein und hielt an ihrer Aussage fest, dass wir von unserem geschützten Platz mitten im Hafen an die Aussenmole verlegen müssen. Wir nutzen die Wartezeit für allerlei Dinge. Es wurde gelesen, Blog geschrieben, die nächsten Tage geplant und natürlich Kaffee getrunken. Der Hafenmeister war schon seit geraumer Zeit mit der Umorganisation der Schiffe beschäftigt und als wir dann an die Reihe kamen war es natürlich so, dass der Wind 30er Böen über das Hafengelände jagte. Für unsere geübten Skipper natürlich absolut kein Problem und so legten wir kurz darauf an unserem neu zugewiesenen Platz an. An dieser Stelle möchten wir euch nicht unterschlagen, dass Nadine beim Werfen der Dampe beinahe ein unplanmässiges Bad im Hafenbecken genommen hätte. Eine halbe Stunde später kam eine französische Crew an, welche hinter uns in eine Lücke anlegen wollte. Glücklicherweise war die gesamte Crew der Cachana im Cockpit und so konnten wir eine Kollision abwenden. Unsere neuen Nachbarn kamen etwas sehr steil rein und beinahe hätten sie unser Heck gerammt. Danach kehrte wieder Ruhe ein auf der Cachana, welche aber abrupt unterbrochen wurde durch die Ankunft eines Segelbootes, welches im Päckli seitlich an uns anlegen wollte. Da der Wind unvermindert stark wehte brauchte es kurz alle verfügbaren Hände auf Deck, damit auch dieses Manöver erfolgreich verlief. Im Verlauf des Nachmittages gesellte sich noch ein weiteres Boot an unser Päckli, worauf wir neu zu dritt am Pier lagen. Nachdem die ganze Manöverei und Hektik überstanden war, kam bei allen langsam etwas Hunger auf. Daher beschlossen wir, dass es nun Zeit für ein spätes Mittagessen sei. Mit den berühmt-berüchtigten Prosecco-Eieromeletten mit Kaviar schlugen wir uns die Bäuche voll. An dieser Stelle ein grosses Lob an die Küche, das Essen ist durch das Band hervorragend. Nur eine Frage der Zeit, bis der erste Michelin Stern an der Kombüse hängt. Anschliessend übernahmen Nadine und Sam den Abwasch und MuP ging derweil im Städtchen für die kommenden drei Tage einkaufen. Nach dem Sie zurück auf dem Schiff und alle Einkäufe verstaut waren, war es endlich Zeit für den ersten Ferienjass. Sam konnte es kaum erwarten. Die Begeisterung hielt allerdings nur kurz an, denn es war anscheinend nicht allen Beteiligten klar, dass sie sich hier mit zwei gestandenen und langjährig eingespielten Gegnern angelegt hatten. Mehr oder weniger deutlich war dann auch die Niederlage von Nadine und Sam. An dieser Stelle möchte aber eine nicht näher spezifizierte Person noch anbringen, dass wohl auch das Kartenglück erheblich zum Ausgang des Spiels beigetragen hat. Ein Vorteil hatte die harte, dafür umso kürzere Jasspartie dann aber doch. Dadurch konnten wir doch noch zu einer einigermassen akzeptablen Zeit Abendessen. Heute gab es ganz einfach Brot, Aufschnitt und Käse. Geschmeckt hat es natürlich dennoch. Nach dem Abwasch und einem letzen Schlummertrunk gingen wir heute etwas früher als sonst zu Bett, da morgen das erste Mal der Wecker klingeln wird. Portmouth wir kommen!

Weiter geht’s mit Ostkurs

Mittwoch, den 19. August, wir liegen friedlich in der Crystal Bucht mit der Carissima Mare an einer Boje. Es gefällt, wir entscheiden, dass wir heute hier bleiben. Wir geniessen den Tag mit Schwimmen, Jassen und Balavern!

Abends wird endlich Tanja’s Wunsch nach Pasta erfüllt! Sie serviert als Vorspeise einen leckeren Brocoli Salat (asiatico Style) und als Hauptspeise Pasta mit einer leckeren Calamar-Sauce, wie immer sehr fein!

Am nächsten Morgen legen wir, ganz leise, um 5.40 Uhr ab!

Wir möchten nach Weymouth segeln, es sind ca. 55sm. In 40sm Entfernung liegt das Cap; Bill of Portland dort sind starke Gezeitenströme, die wir nicht gegen uns haben möchten. Der Wetterforcoast hat viel Wind aus Westen prophezeit. Wir entscheiden, dass wir das Cap mit ca. 5sm Entfernung umrunden um dem Kreuzgewell und den Wirbeln auszuweichen. Die Carissima Mare Crew ist am weiter dösen! Sie starten 1 Stunde später, da die Carissima Mare viel schneller unterwegs ist! Der Wind bläst im Moment mit 6-10kn genau von Hinten. Wir segeln Schmetterling mit Gross und Genua. Nach ein paar sm werden die Wellen grösser Wir rollen die Genua ein. Wir laufen immer noch mit 5-5.5 kn nur mit Grosssegel. Das passt, da wir bis zum Cap 8 Std berechnet haben. Übrigens, das reinigen des Unterwasser hat geholfen! Die Cachana läuft nun nur noch 05-0.75 kn langsamer. Schmerzt immer noch aber besser als die vorherigen 1-1,5kn. Im Laufe des Morgens werden wir von der Carissima Mare überholt, welche mit Gross und Gennaker angesaust kommt.

Dafür segeln sie einen Zick-Zack Kurs. Das heisst mehr Weg aber schnellere Fahrt und die Carissima Mare ist dann im Verhältnis viel schneller!

Gegen 11.00 Uhr wechselt der Wind wie angesagt von West auf Südwest. Jetzt ziehen wir wieder die Genua und die Cachana läuft zwischen 6-8kn. Immer wieder werden wir von Delfinen begleitet, welche mit unserem Bug spielen.

Fantastisch!

Gegen Mittag frischt der Wind auf bis zu 30kn. Wir reffen Gross und Genua und bleiben gleich schnell. Schwarze Wolken kommen auf und plötzlich regnet es kurz! Das erste Mal seid wir wieder unterwegs sind, unglaublich dieser Sommer! Um das Cap herum ist Weymuth nicht mehr weit! Am Schluss segeln wir nur noch mit der Genua am Wind. In Weymuth angekommen, sehen wir riesige Sandstrände, mit viele Badegästen.

Das Gesehene erinnert einem fast an die italienische Rivera.

Wir fahren einige 100m den Fluss hoch. Die Carissima Mare ist vor der geschlossenen Brücke festgemacht welche nur alle 2 Stunden öffnet. Wir legen bei Ihnen an und trinken zusammen einen Apero. 16.00 Uhr geht die Brücke auf und fahren zu unserem reservierten Liegeplatz. Wir sind alle ziemlich müde! Am nächsten Morgen werden die Schiffe entsalzt und gereinigt, dann wird eingekauft und durch die hübsche Stadt gebummelt.

Viele Touristen sind unterwegs und die Garten Tische der Pup’s und der Restaurant sind gut gefüllt. Aber, wir finden einen Platz um unsere durstigen Kehlen zu befeuchten.

Zum Nachtessen haben wir in einem Fischlokal reserviert und geniessen einen schönen, feinen Abend miteinander. Samstag morgen spazieren wir nochmals zum Fischshop und füllen unsere Vorräte mit vielen Leckereien auf! Da freut man sich schon. Kurz nach dem Mittagessen legen wir ab, wir wollen die Brückenöffnung um 14.00 Uhr erwischen, klappt bestens.

Während wir wieder den Fluss raus fahren ist ringsherum Party! Unglaublich! Wir segeln mit wenig Wind aber bei schönstem Wetter Richtung Lulworth Cove,

einer fast in sich geschlossenen Bucht. Angekommen, sehen wir dass hier viel, sehr viel Betrieb ist, viele Segelschiffe und Motoryachten für die kleine Bucht. Wir finden noch ein Plätzchen, unser Anker fällt.

Die Carissima Mare macht an uns fest! Wir sitzen alle auf der Cachana und geniessen, den feinen Gin Tonic. Ein ausgezeichneter Gin den wir in der Destillerie in Salcombe gekauft haben. Langsam leert sich die Bucht, einzig das Motorboot, welches uns etwas zu Nahe ist. Wir ziehen den Anker und suchen uns ein anderes Plätzchen. Der Anker fällt, wir sind nicht ganz zufrieden desshalb wird er nochmals geborgen. Die Ankerwinsch hat etwas Mühe? Als der Anker die Wasseroberfläche erreicht sehen wir, dass sich in eine dicke Kette eingehackt hat. Mit Bootshacken können wir den Anker befreien, Glück gehabt! Das nächste Ankermanöver klappt und alle sind zufrieden.

Ein Makrelenschwarm schwimmt in die Bucht. Von oben wird er von den Möwen attackiert und von unten greifen die grösseren Fische an. Ein Schauspiel ( für die einen)! Am Abend wird der Grill auf der Carissima Mare eingefeuert, Chérif ist mit grillieren dran. Erste Vorspeise, Jakobsmuscheln mit etwas Schata (Peperoccini) und mit Noilly Prat abgelöscht! Zweite Vorspeise, Kalamar eingelegt mit Knobli und Olivenöl, und Hauptspeise feinen Wolfsbarsch! Alles sehr, sehr fein!!

Und trotzdem spüren wir alle eine etwas bedrückende Stimmung an Bord. Der Grund ist uns allen klar. Morgen früh 6.00 Uhr werden wir in verschiedene Richtung segeln. Die Carissima Mare segelt zu dem 72sm entfernten Guernsey und macht sich langsam auf den Weg zurück nach Lorient. Ende September soll sie dort ins Winterlager. Wir möchten nach Poole segeln. Am Mittwoch Abend kommen Nadine und Sam zu uns. Wir freuen uns sehr auf Sie. Während der Nacht dreht der Wind wie versprochen auf Nord. Das ist bestens aber es bläst mehr als angesagt. Wahrscheinlich durch die hohen Felsen beschleunigt sich der Wind (Fallwinde). Wir sind etwas unruhig, hält unser Anker das Gewicht der beiden Schiffe? Der Ankeralarm ist eingeschaltet, das beruhigt doch! Um 6. 00 Uhr früh, noch eine Umarmung und wir verabschieden Tanja, Markus und Didé! Bye Bye Carissima Mare! Wir hoffen Sie nächstes Jahr wieder zu treffen, mal sehen!

Wir gehen nochmals in die Koje und schlafen noch ein wenig! Gegen 9.00 Uhr strömen in Massen die Touristen den Berg herunter mit gross gefüllten Rucksäcken mit Allerlei! Sie besetzen den Strand. Auch kommen schon Motorboote und Segelboote in die Bucht. Schnell ist die Bucht wieder völlig belegt. Wir ziehen den Anker und segeln gemütlich nach Poole. Wir kommen an wunderschönen Felsformationen vorbei, zum Teil auch grosse Kreidefelsen welche in der Sonne richtig glitzern.

Auch sehen wir in der Ferne die Isle of Wight mit Ihren Kreidefelsen, faszinierend.

Kurz vor der Bucht in der Poole liegt, nehmen wir die Segel runter. Wir fahren in die Bucht, die als einer der Weltgrössten flachen Naturhafen gilt.

Die Wasseroberfläche beträgt ca. 36km². Festgemacht erledigen wir die Anmeldung und wir liegen so, dass wir grillieren können. Die Jakobsmuscheln und der Sole sind sehr fein.

Nächsten Morgen bläst ein starker Wind, wir liegen aber völlig ruhig! Die Bordfrau macht Wäsche! Der andere schreibt Blog. Wir besuchen den 20Min. entfernten Fährterminal. Dort werden wir Nadine und Sam am Mittwoch Abend empfangen. Auch erkunden wir das hübsche Städtchen.

Am Abend geniessen wir ein feines Nachtessen im ältesten Pub von Poole, aus dem Jahr 1635, sehr fein.

Dienstag gegen 10.40 Uhr spazieren wir zur Busstation, da sollte der Hop On Hop Off anhalten der eine 1 1/2 stündige Fahrt um den Naturhafen anpreist. Nach Fahrplan hält er 10.50 Uhr und startet 11.00 Uhr. Tatsächlich kommt ein doppelstöcker Cabrio Bus um 10.50 Uhr angefahren. Zu unserer Überraschung kosten die Daily Tickets nur 5.50 £, seltsam! Es geht nicht lange stellen wir fest, dass wir im falschen Bus sitzen. Aber es kommt noch besser! Der Bus fährt durch die ganze Umgebung, Fahrdauer retour ca. 4 Std.

Gegen 13.00 Uhr steigen wir in Chrischurch aus!

Spazieren durch das Städtchen und finden am Fluss beim Hafen ein hübsches Lokal.

Mit gefüllten Magen flanieren wir zurück und besuchen die grosse Kathedrale. Eine riesige, interessante Kathedrale, hat uns sehr imponiert !

Anschliessend wieder in den Bus rein

und gegen 18.00 Uhr kommen wir wieder in Poole an. Jeden Dienstag im Sommer findet hier in Poole ein Motorradtreffen statt. Angekommen sehen wir, wie hunderte von Motorrädern angefahren kommen. Von der Vespa bis zu den schweren Trike’s, alles ist da, neu und alt! Wir schätzen, dass es sicher über 500 Motorräder sind. Eine Augenweide!

Heute Mittwoch wird die Cachana bereit für den Besuch gemacht. Mittag’s geniessen wir je 6 Austern, so lecker!

Um 22.00 Uhr nehmen wir Nadine und Sam in die Arme und spazieren mit Ihnen zur Cachana. Den nächsten Bericht werdet Ihr von den Zweien erhalten. Herzlich Grüsse Ihr lieben Leser!

Die Cachanieros

Auf dem Weg zur Cachana über die Bretagne! (Eine kleine Zusammenfassung)

Montag 27. Juli 2026

Wir fahren mit dem TGV über Paris nach Lorient. Pünktlich um 22.10 Uhr kommt der Zug am Zielort an. Markus und Didé erwarten uns und wir fahren zusammen in die Unterkunft in Quimperlé. Ein schmuckes Haus mit einem schönen Garten mit diversen Sitzplätzen, wir fühlen uns gleich wohl.

Wir verbringen mit unseren Freunden, Tanja, Markus und Didé eine sehr schöne und intensive Zeit. Diverse Werftbesuche,

noch die letzte Ausrüstung einkaufen und immer wieder diverse Mails zur Abklärung. Jedoch haben wir immer wieder an schönen Orten einen Lunch genossen.

Beach mit Baden und Boule spielen gehört natürlich auch dazu!

Was leider nicht dazu gehören würde und doch…. Leider hat uns ein hartnäckiger Virus erwischt, welcher die Runde gemacht hat. Besonders unangenehm war das viele Husten. Aber wir Alle haben die Zeit extrem genossen und mit jedem Tag wurde es spannender! Denn die Neue JPK 39 sollte am 3. August ins Wasser gelassen werden. Jedoch sieht es noch nach sehr viel Arbeit aus! Wird die Werft fertig werden? Denn bald sind Betriebsferien angesagt. Aber soweit alles gut! Die JPK wird am 3. August in’s Wasser gekrant.

Ein grosser Moment der gebührend mit Champagner gefeiert wird.

Die Werft muss das Schiff noch betriebsbereit machen und der Rigger muss den Mast mit dem ganzen laufenden Gut stellen und trimmen. Am Donnerstag morgen fahren wir mit dem Segelmacher und mit Aymeric ,von der Werft, ein Probesegeln. Die Segel werden getestet und auf die richtigen Masse kontrolliert. Anschliessend muss der Segelmacher noch einige Anpassungen vornehmen und wir können Donnerstag Abend die Pantry einrichten, mit vorangegangen Reinigungsarbeiten. Am Freitag ist die Schiffsübergabe mit teilweiser Einführung. Alles eilt, da die Werft ab Freitag Mittag in die Betriebsferien geht. Auch müssen wir am Freitag mit dem VW-Bus 2 mal vom Haus zum Hafen fahren um das mitgeführte Equipment von A nach B zu bringen. In der Marina werden 2 Schubkaren geschnappt um das ganze Material zum Schiff zu bringen. Auch muss das Haus besenrein gemacht und zur Abgabe bereit geräumt werden. Einkäufe müssen gemacht werden damit wir die nächsten 1-2 Nächte, welche wir unterwegs sein werden, nicht hungern und verdursten müssen. Jeder hat seinen Job und einige husten immer noch! Aber gemeinsam schaffen wir das erfolgreich! Samstag gegen 11.00 Uhr Leinen los. Was für en Moment. :-))

Wir fahren zur Tankstelle um Diesel aufzufüllen. Dann geht’s los direkt nach Guernsey 220sm. Leider sehr wenig Wind, der Motor wird eingefahren! Nach 12sm wird das Schiff vorgetauft. Die Eigner möchten das Schiff nicht ungetauft überführen. Die Taufpatin Susanne hält eine kleine ergreifende Rede.

Wir geniessen die Fahrt. In der Nacht machen wir Schichten à 3 Stunden zu Zweit! Was für ein wunderschönes Sternenmeer und am Morgen werden wir von einer grossen Delphin Familie begrüsst.

Am Sonntag Vormittag fährt endlich der langersehnte Wind ein und wir segeln mit Gross und Gennaker! Wow! Sie läuft wirklich sehr, sehr, schnell und liegt herrlich im Ruder. Da wir viel unter Motor fahren müssen, sind wir zu langsam. Der Hafen in Guernsey ist nur +- 2 Std. Hochwasser befahrbar. Gegen 1.00 Uhr morgens fällt der Anker in einer nahgelegenen Bucht. Es ist schon ein Challenge, in stockfinsterer Nacht, in einer fremden Bucht, mit einem neuem Schiff und einem nicht erprobten Anker zu Ankern! Aber alles Fein. Am frühen Morgen verlegen wir uns in den Hafen.

Wir nutzen den Tag um zu räumen und mit anderen diversen Arbeiten. Dienstag Nachmittag wird dann das Schiff von der Taufpatin in Begleitung des Neptuns auf dem Namen Carissima Mare getauft.

Mittwoch legen wir 6.15 Uhr ab und segeln mit Grosssegel und Gennaker Richtung Plymouth zur Cachana.

Wir haben Wind von hinten bis 20kn und die Carissima Mare logt bis 15kn Speed! Einfach nur Wow!!

Bei Ankunft sind wir sehr gespannt wie es der Cachana geht! Wir sind freudig überrascht, alles bestens! Wir schlafen nochmals auf der Carissima Mare! Donnerstag morgen zügeln wir auf die Cachana. Es stehen einige Arbeiten an wie Reinigung, Einräumen und Einkaufen etc. Besonders erwähnenswert ist; beim Fischerhafen können wir direkt beim Fischgrosshandel einkaufen.

Wir tragen unsere Schätze nach Hause! Lobster, St. Peters Fisch, Tuna, Seeteufel, Jakobsmuscheln und Calamar! Was für Festessen. Freitag Abend geniessen wir die Jakobsmuscheln und anschliessend den wunderbaren St. Peters Fisch mit Spinat.

Samstag 15. August

Es geht los. Wir verlassen dankbar die Sutton Marina in Plymouth. Wir haben während unserer Abwesenheit im Sommer einen sehr guten Eindruck der Marina bekommen. Die Cachana und auch wir möchten noch den Diesel aufgefüllt haben. Anschliessend fahren wir durch die Schleuse

und schon sind wir am segeln Richtung Salcombe! Leider läuft die Cachana wie mit einer leicht angezogenen Handbremse. Wir kennen das ja schon! Wahrscheinlich viel Bewuchs am Unterschiff! Sie läuft 1-1,5 kn langsamer!!!

Plötzlich kommt uns ein graues Schnellboot entgegen, ist das die Küstenwache? Wir Grüssen freundlich! Sie nehmen`s persönlich und drehen ab und folgen uns. Wir nehmen Gas raus, die wollen etwas von uns. 3 Männer kommen raus und wir werden ausgefragt! Woher wir kommen,unser letzter Hafen? Ursprungshafen der Saison? Heimathafen? Nationalität? Ob wir uns in UK angemeldet haben? Ob wir Drogen haben? Und vieles mehr, aber immer nett und höflich! Wir vermuten, denen war es ein wenig langweilig. Sie verabschieden sich!

In Salcombe angekommen, erwartet uns die Carissima Mare. Sie hat eine der letzten Bojen erwischt.

Super. Wir legen uns längsseits zu Ihr. Wir haben heute noch was zu feiern. Didé’s Geburtstag.

Natürlich zelebrieren wir dies mit einem exquisiten Dinner. Primo Piatti: Lobster mit einem feinen Salat

und als Secondi gibt es Seeteufel mit Broccoli vom Grill.

Sehr Lecker.

Weil es uns hier gefällt bleiben wir gleich noch einen Tag. Auf beiden Schiffen wird noch gearbeitet und geräumt. Auch macht der Skip einen kurzen Tauchgang um das Unterwasser zu kontrollieren. Schnell kommt er hoch und wir machen den Neopren mit den kleinen Tauchflaschen bereit. Dann wird das Unterwasser so gut es geht gereinigt bis die beiden kleinen Tauchflaschen leer sind. Das Unterwasser sieht besser aus, aber bei weitem noch nicht sauber. Wir sind sehr gespannt auf den Unterschied. Nun wird das Beiboot der Carissima Mare mit eingebautem Kompressor aufgeblasen. Anschliessend machen wir einen Spaziergang durch Salcombe.

Sehr hübsch, viele kleine Gassen aber auch sehr Touristisch. Zum Nachtessen gibts Tuna Tatar und Hybriden-Salat. Auch sehr lecker!

Montag 17.8. 10.15 Uhr legen wir ab und segeln nach Darthmouth!

Die Einfahrt (Flusseinfahrt) ist beeindruckend mit alten Befestigungen und vielen Häusern.

Wir fühlen uns wie am Mittelmeer auch das Wetter entspricht. Nachmittags machen wir im Päckli mit der Carissima Mare an einem freiliegenden Gäste-Schwimmsteg fest. Auf der Cachana wird eine leckere Paella zubereitet.

Sehr fein und man kann’s nicht glauben! Alles weg! Wir fahren in’s hübsche Städtchen und spazieren durch die idyllischen Gassen, es gefällt! Klar, schnell finden wir den Fischhändler und decken uns für die nächsten 3 Tage ein! Noch ein paar zusätzliche Einkäufe und der Anstrengung entsprechend ein verdientes Bier. Dann geht’s zurück zu den Schiffen noch kurz etwas essen und es geht weiter nähe Brixham in eine Ankerbucht.

Überraschenderweise hat es mehr Wind als angesagt bis 27kn aus West zeigt der Windmesser! Wir segeln gemütlich nur mit Genua einen Ostkurs.

Angekommen sehen wir in der Nachbarbucht, dass es Gästebojen hat. Bei dem Wind machen wir dort fest. Am Abend beruhigt sich der Wind und auf der Carissima Mare geniessen wir

fein gegrillten Wolfsbarsch mit Bohnen und Bratkartoffeln.

Heute Mittwoch, bleiben wir, es gefällt! Lange schlafen, Route von Morgen planen und besprechen!

Apero, äs Jässli, die Cachana Crew im Glück! Heute Abend gibt’s Pasta mit einer leckeren Kalmar-Sauce à la Tanja! Sehr, sehr fein.

So Ihr Lieben, jetzt seid Ihr alle wieder etwas informiert. Der nächste Blog kommt schon bald.

Seid herzlich gegrüsst

Cachanieros