Segelferien in Südengland

Unser Track von Falmouth nach Plymouth

Am 20. Juni war es soweit, wir machten uns auf den Weg nach Falmouth, wo wir zu Susanne und Cherif auf der Cachana stossen sollten. Da wir schon vorher eine Woche in Südengland verbracht hatten, war die Anreise relativ kurz und problemlos mit der englischen Bahn.

Auf der App konnten wir den jeweiligen Standort der Cachana verfolgen. So konnten wir feststellen, dass wir und die Cachanieros fast gleichzeitig im Hafen von Falmouth ankamen. Nach der herzlichen Begrüssung durch die Crew gab es den obligaten Willkommensdrink.

Nach kurzer Besprechung der Pläne für die nächsten Tage, machten wir uns auf zum Einkaufen. Das charmante Hauptgässchen in Falmouth lud zu einem kleinen Dorfrundgang ein. Rechts und links gab es kleine Shops aber auch urige Pubs.

Wir blieben standhaft, weder kehrten wir ein, noch wurde “gekrömlet”. Im Lebensmittelladen waren unsere Rucksäcke und Einkaufstaschen schnell gefüllt. Auf dem Rückweg wollten wir noch erkunden, wo sich das Fischrestaurant befindet, in dem Cherif einen Tisch für unser Nachtessen reserviert hatte. Diese Uebung stellte sich als schwieriger heraus, da das Restaurant nur einen kleinen Eingang hatte, der zudem nicht gut beschriftet war. Google Maps sei Dank fanden wir unser Ziel.

Zurück auf dem Schiff blieb noch genügend Zeit, damit wir uns einrichten konnten auf dem Schiff. Da das Restaurant ” Fish Cabin” gute Bewertung hat, konnten wir erst für 20.15 Uhr einen Tisch reservieren. Im Restaurant stellte sich dann heraus, dass wir trotz einer Bestätigungsmail keine Reservierung hatten. Das war nicht weiter schlimm, da es einen freien Tisch für uns hatte. Viel unerfreulicher war, als die Bedienung die verschiedenen Gerichte aufzählte, die alle nicht mehr vorrätig waren. Auch auf der Tafel mit dem “Fish of the day” waren von 4 Fischen bereits 2 ausverkauft. Cherif war sichtlich “not amused”, eher schon etwas angesäuert. Zum Glück fanden wir alle dann doch noch etwas “Feines” um unsere leeren Mägen zu füllen. Und die guten Bewertungen waren berechtigt, das Essen war sehr fein.

Zurück auf der Cachana gab es nach Wunsch noch einen Schlumi, danach verzogen sich alle in die Kojen.

21. Juni 2026

Die angesagten Winde von Osten und deren Stärke machten die Planung der nächsten Tage für den Skipper nicht einfach. Dafür sollte das Wetter in den nächsten Tagen relativ stabil schön und ca. 23 Grad warm werden. Nach kurzer Beratung entschlossen wir uns, in der Einmündung des Flusses Fal zu bleiben und in einem der zahlreichen Seitenarme in einer schönen Bucht zu ankern. Wir fanden ein lauschiges Plätzchen und setzten den Anker.

Nach einem kurzen Mittagessen und einem kurzen Bad im knapp 16 grädigen Meerwasser wurde das Resi aufgepumpt, und wir fuhren an Land zur Bucht des Trellisick Houses. Das Resi deponierten wir auf dem Kiesstrand und marschierten über eine grosse Wiese in Richtung des imposanten Landhauses. Auf einer Uebersichtskarte war eine Rundwanderung von 1,5 Stunden ausgeschildert.

Also machten wir uns auf den “Waldweg”. Immer wieder erhaschten wir einen Blick in einen der Seitenarme des Flusses. Gross war die Ueberraschung, als wir plötzlich einen grauen Koloss vor Anker liegen sahen. Das Ungetüm war ein Versorgungsschiff der Marine, das, wie uns der Hafenmeister später auf Nachfrage erklärte, auf seine Instandstellung oder die Abschrottung warte.

Zurück am Wasser mussten wir feststellen, dass mittlerweile Ebbe war. Nicht gut, denn so mussten wir das Resi einige Meter ins Wasser tragen, bevor es schwimmfähig war. Noch weniger gut war der Untergrund, auf dem wir gehen mussten.

Zuerst waren wir knöcheltief im Schlamm, dann wadentief, mittlerweile ploppte der Schlamm, wenn wir unsere Füsse anhoben und immer wieder stiessen wir mit unseren Füssen auf harte, spitzige Steine. Schliesslich hatten wir knietiefen Schlamm und boten durch unser wankendes Gehen und unserem Gelächter sicher ein herrliches Schauspiel für alle Leute, die uns beobachteten. Bevor wir die Beine gar nicht mehr aus dem Schlamm brachten, waren wir genügend weit draussen, dass wir ins Resi einsteigen konnten und erleichtert den Weg zur Cachana motoren konnten. Fazit dieses Erlebnisss: kleinere und grössere (Cherifs grosse Zehe) Schnitte an den Füssen, dreckige Hosen, schmutziges Resi, aber trotz allem immer noch gute Laune. Um den Schlamm loszuwerden, es war definitiv keine Fangopackung, sondern eine eher klebrige, riechende Masse, war ein Sprung ins Wasser obligat.

Das Abenteuer hatte Hunger gemacht. Der Skiper verwöhnte uns an diesem Abend mit einer überaus feinen Paella, Danke!

Die Schreibende beschloss die wunderbare Midsommernacht an Deck schlafend zu verbringen. So fand dieser wunderschöne Tag einen würdevollen Ausklang. Ueber mir der Halbmond und die vielen Sterne, das ganze in der totalen Stille der abgelegenen Bucht, einfach magisch.

22. Juni 2026

Heute planten wir einen ruhigen Tag an Bord und verbrachten ihn mit Lesen, Blog schreiben, Route planen und am Nachmittag mit einem längeren Jass. Wiederum war das Wetter schön, doch 2 kleine, kurze Regenschauer waren auch dabei.

Am Abend wurde der Grill angeworfen und wir genossen Rindfleisch und Pesto-Auberginen mit Salat und als Abschluss noch ein feines Raclette-Brot, mmmh!

23. Juni 2026

Unser heutiges Ziel war Saint Mawes, eine Bucht in der Nähe von Falmouth. Zuerst aber machten wir in der Marina von Falmouth Halt, um Frischwasser aufzutanken, Abfall zu entsorgen und vor allem um den Kühlschrank wieder aufzustocken. Schwer beladen kamen wir zurück aufs Schiff. Susanne ist eine Meisterin im Verstauen von Lebensmitteln. Irgendwie hat sie für alles ein Plätzchen gefunden, für mich fast ein Wunder.

Leider hatte es wiederum keinen Wind, so dass wir unter Motor unser Ziel ansteuern mussten.

Zuerst wollten wir vor Anker bleiben, da aber der Wetterbericht für die Nacht stärkere Winde angesagt hatte, fühlten wir uns an der Boje doch sicherer. Mit Glück ergatterten wir noch eine freie Boje, was uns alle freute. Kaum war das Boot sicher vertäut, genossen wir alle ein Bad im langsam erwärmenden Meer.

Unser Nachtessen wurde wiederum auf dem Grill zubereitet, Lamm dazu Bratkartoffeln und Broccolisalat, jammi.

24. Juni 2026

Wetter wunderbar, Wind nicht vorhanden!

Also ging’s weiter mit Motorkraft Richtung Osten. Das Ziel Fowey, ein sehr hübsches Dorf am Fowey River. Gross war die Freude und die Erwartung als wir auf dem Weg ein Fischerboot sichteten, das nicht unter Fahrt war. Unsere Frage, ob sie Hummer zu verkaufen hätten, wurde mit einem lächelnden “Ja” beantwortet. Juppiee.

Vier Stück wurden übergeben und dazu wurde uns noch Tintenfisch angeboten. Den lehnten wir aber mangels Lagermöglichkeit dankend ab. Im Flussarm bei Fowey angekommen, fanden wir eine sehr gut gelegene Boje mit schöner Sicht aufs Dorf und auf der Rückseite ein Felsband, welches von Bäumen überwachsen ist.

Auf dieser Fahrt kamen alle ins Schwitzen, da es fast windstill war und die Temperaturen auf 27 Grad kletterten. Beim Bade stellten wir dann fest, dass auch das Wasser bald gegen die 20 Grad Marke geht. Aber als Abkühlung ist es noch allemal gut. Es kam keine Langeweile auf. Wurde auch an diesem Nachmittag gejasst und wir wurden Zuschauer einer Regatta in der Fowey-Bucht. Leider hat mein Favorit ein bisschen geloost.

Die 4 Hummer verzehrten wir genüsslich als Abendessen, es war ein Schmaus.

Müde aber glücklich krochen wir zu später Stunde in unsere Kojen.

25. Juni 2026

Den heutigen Tag verbrachten wir vor Anker in Fowey. Mit dem Resi ruderten wir an den Landungssteg und machten uns auf, durch das Dörfchen zu schlendern. Enge Gässchen, schmucke Häuschen, ursprüngliche Pubs und kleine Shops prägten das Bild. Unser Plan war, einen Rundwalk von ca. 2 1/2 Stunden zu machen. Zuerst mussten wir ganz ans Ende des Dorfes gehen. So kamen wir am Rest. “Game of Cones” vorbei, das gemäss Werbung über 33 Sorten Glace anbietet. Wir waren noch nicht bereit dafür, auch war das Restaurant am Morgen noch geschlossen. Aber als Fixpunkt speicherten wir das Lokal in unseren Köpfen, wer weiss nach der Wanderung…..? Die Wanderung führte angenehm oft durch Wäldchen, was bei der Wärme (ca. 27 Grad) sehr angenehm war.

Schön war’s, mit immer wieder anderen Ausblicken,

so konnten wir z.Bsp. die Cachana von oben bewundern. Nach dem Abstieg bei Polruan lockte uns ein uriges Pub, wo wir eine verdiente Erfrischung genossen. Zurück nach Fowey nahmen wir die Fähre und bald war klar, wir wollten die Glacesorten ausprobieren. Also nochmals durch’s ganze Dorf und es hatte sich gelohnt. Die Glaces sind absolut empfehlenswert.

Die Wahl des Abendessens nahm uns der Wettergott ab, es braute sich ein Gewitter zusammen. Schnell war alles ins Trockene gebracht und wir assen ein sehr feines Raclette.

Das Gewitter traf uns nur am Rand, aber Regen gab es die ganze Nacht hindurch immer wieder.

26. Juni 2026

Heute war ein Segeltag angesagt.

Wir wollten Richtung Osten über Plymouth hinaus nach Salcombe segeln. Es klappte wunderbar, und wir nahmen gut Fahrt auf. Beim Aufziehen des Genacker gab es ein kleineres Malheur, auf Landrattendeutsch: zuerst ein Knuddelmuddel beim Segel und dann ein Chrüsimüsi bei den Seilen.

Aber die Bootsfrau hatte bald alles wieder im Griff, und es konnte weitergehen. Plötzlich war Flaute und das zusätzliche Segel musste wieder eingezogen werden. Mit Motorhilfe liefen wir dann in Salcombe ein, wo uns der Harbour Master anwies am ersten Pontoon im Päckli bei einem anderen Boot anzulegen.

Heute war wieder Grill angesagt, Rind mit Auberginen und Kefen, dann als Abschluss noch ein Raclette Brötli, lecker!

27. Juni 2026

Nach einer ruhigen Nacht am Pontoon genossen wir unseren ersten Kaffee erneut bei Sonnenschein an Deck und schmiedeten Pläne für die Weiterfahrt. Für die Cachana war ab Sonntag ein fixer Hafenplatz in Plymouth reserviert, da Susanne und Cherif für ein Paar Wochen zurück in die Schweiz reisen werden. Vielleicht noch einmal ein Plätzchen in einer ruhigen Bucht, wo wir nochmals baden können?

Da die Winde gut angesagt waren, entschlossen wir uns, unter Segel Richtung Plymouth zu segeln und dort einen lauschigen Ankerplatz zu suchen. Susanne prüft jeweils diverse Wetterapps und alle sagten guten Wind von Süd an. Aber derjenige, der fürs Wetter/Winde zuständig ist, kennt all diese Apps nicht oder er hatte keinen guten Tag. Der Wind wehte von Ost. Also war wieder einmal motoren angesagt. In der Einfahrt zur Bucht von Plymouth fanden wir ein gutes Ankerplätzchen und genossen ein Potpourri aus dem Kühlschrank, aus dem wir ein feines Curry zubereiteten, sehr fein!

In der Nacht schaukelte es während ca. 2 Stunden stärker (mindestens für mich war es stärker). So kam mein E-Book zum Zuge, bis es wieder etwas ruhiger wurde.

28. Juni 2026

Eigentlich wollten wir noch einen kleinen Spaziergang machen und erst am Nachmittag durch die Schleuse zum Sutton Harbour fahren.

Aber es kam anders…..Cherif hatte seit zwei Tagen eine Entzündung am Fuss (vermutlich ein Insektenstich) der trotz der Umsorgung durch die Bordfrau einfach nicht bessern wollte. Also auf zur Schleuse und zum reservierten Hafenplatz. Was dann folgte, war eine bürokratische Odyssee. Zuerst machten wir nach 20 Minuten in der Warteschlange beim Notfallservice des National Health Service ein komplettes Assessment per Telefon. Die hilfsbereite Dame verwies uns dann an die nächstgelegene Apotheke. Dort war Warten angesagt, bis doch noch jemand den Fuss sehen wollte. Der vermeintliche Arzt bestätigte, dass dies ein Antibiotika erfordere, er das aber nicht abgeben dürfe, da wir aus der Schweiz seien. Wir sollen zum Notfall. Dort müsse ein Rezept ausgestellt werden und eventuell müssten wir mit dem Rezept wieder zurückkommen, um das Antibiotika abzugeben…….., einfach nur nervig! Also per Uber zum Notfall, dort hiess es: Wartezeit ca. 4 Stunden. Ich erklärte der Dame, dass wir alles Nötige schon über die Notfallnummer angegeben hätten und auch in der Apotheke klar gesagt wurde, es benötige ein Antibiotika. Sie hatte kein Einsehen oder konnte uns ganz einfach nicht entgegenkommen. Sie riet uns nach 2 Stunden zu telefonieren, vielleicht wäre dann die Wartezeit geringer……., wer’s glaubt!

Euch über die Auflösung dieser Episode mit dem englischen Gesundheitssystem zu berichten, überlasse ich Susanne und Chérif. Unser Aufenthalt auf der Cachana neigt sich nämlich dem Ende zu. Heute noch ein feines Nachtessen in einem gebuchten Lokal, dann alles Packen und Morgen ab nach London zum Flieger.

Wir haben unsere Zeit an Bord sehr genossen, es war einfach wunderbar. Für die liebevolle Gastfreundschaft bedanken wir uns herzlichst und freuen uns darauf, wieder einmal mit euch zu segeln.

Ursi und Franz

Auf zu den Scilly Ilands

14.Juni Der Wecker geht pünktlich 3.45 Uhr los und dies an einem Sonntag! Ist noch ziemlich dunkel draussen! Zuerst Café, dann uns und die Cachana bereit machen. Auch die Toilettenschlüssel zum Hafenmeister bringen, wird nicht vergessen. 4.02 Uhr wird die letzte Leine gelöst. Es ist bereits so hell, dass wir gute Sicht haben. Wir fahren durch das geöffnete Schleusentor von Padstow. Fahren weiter unter Motor, den knapp 2sm langen Wasserweg raus. Im Moment noch wenig Wind.

Darum brummt der Motor. Nicht lange gehts, der Wind steigt stetig. Motor weg, Segel rauf und wir segeln mit 6-7kn. Wunderbar, bald sind wir bei 8kn angelangt, der Strom schiebt mit! Wir sind schneller in der Nähe vom Cap Cornwall als gedacht!

Plötzlich fällt der Wind von 15kn auf 8kn, ein paar Minuten später schäumendes Wasser bis zu 25kn. Das Grosssegel erhält direkt das 2. Reff. Kaum gerefft werden es 30kn, auch die Genua wird eingerefft. Als das Windlog bei 35kn angelangt ist, wird das 3. Reff eingezogen. Beim ziehen hören wir zuerst einen kleinen Knall und was reissen! Shit…. irgendwie hat sich das Ende der Segellatte mit der Reffleine verhakt. Durch das ziehen hat es den Lazybag verrissen!! (Aufbewahrungstasche für das Grosssegel, welches am Grossbaum festgemacht ist) und der Knall vielleicht ist die Segellatte gebrochen? Schliesslich wird die Genua komplett eingerollt. Wir fahren immer noch mit fast 8kn. Es schäumt und sprudelt um uns herum.

Die starken Böen mit Gezeitenstrom sind faszinierend! Um das Kap herum können wir wieder die Genua etwas öffnen. Wir sind schnell unterwegs und sind früher am Kap als gedacht. Somit haben wir immer noch Mitstrom und umfahren das Verkehrstrenngebiet. Nach 78sm sind wir in Hugh Town Scilly’s, fast 3 Std. früher als gedacht, angekommen.

Wir suchen eine gelbe, freie Gästeboje! Leider keine mehr frei! In der äusseren Bucht liegen andere Segler unter Anker. Auch wir setzen den Anker, welcher auch gleich hält. Good News, die Segellatte ist ganz! Wir liegen ruhig. Aber die Vorhersagen meinen, dass der Wind Abends wohl zurückgeht, jedoch am frühen Morgen von Südost auf Westen dreht. Gegen Westen ist die Bucht offen, könnte etwas unangenehm werden. Jetzt sind Anne und Bernhard mit der Bass Rock auch angekommen und versuchen zu ankern. Dieser will partout nicht halten. Nach vergeblichen diversen versuchten Ankermanövern an verschiedenen Orten fahren Sie nochmals in’s Bojenfeld. Siehe da, ein Segelschiff hat abgelegt, der wahrscheinlich eine Nachtfahrt nach Irland macht. Sie schnappen sich die Boje, wir sind froh für Sie. Wir erfahren später, dass Sie festgestellt haben, dass Ihr Anker aus einem unbekannten Grund verbogen ist und desshalb nicht greift. Da wir früher hier sind haben wir noch Zeit und Musse zum grillieren.

Der Grill wird montiert, gekocht und fein gegessen.

Anschliessend fallen wir K.O. in die Koje. 2-3 Stunden später fängt die Cachana an zu tanzen links und rechts, auf und ab! Morgens stehen wir ziemlich zerknittert auf und wir sehen eine freie Boje! Wir ziehen uns an, trinken noch einen Café und schnappen uns die Boje. Ca. 9.00Uhr kommt der junge Hafenmeister mit Schlauchboot vorbei und kassiert die Gebühren für die nächsten 2 Nächte. Die erhaltene Schokolade wird gleich freudenstrahlend vertilgt. Wir blasen unser Reesi (Dingi) zum ersten Mal in dieser Saison auf. Sind gespannt ob der Motor noch will! Glücklicherweise hat er Lust! Wir fahren zur Hafenmole und gehen an Land. Wir möchten heute mit der Fähre zur Insel Tresco. 14.15 Uhr fährt die Fähre, genug Zeit um das Städtchen Hugh Town zu erkunden und etwas zu Essen. Bald finden wir ein Pub mit Terrasse und Blick auf See.

Mit gefülltem Bauch spazieren wir zum Landesteg und fahren mit der kleinen Fähre nach Tresco.

Wir wollen durch den Abbey Garden spazieren. Der Abbey Garden, ist ein botanischer Garten, der um die Ruinen einer 12. Jahrhundert Abtei angelegt wurde. Er wurde 1834 eröffnet und beherbergt eine beeindruckende Sammlung exotischer Pflanzen aus mediterranen und subtropischen Regionen.

Dank des milderen Klimas gedeihen hier zahlreiche Arten, darunter Palmen, Kakteen und Proteas . Der Garten bietet malerische Wege, Teiche und herrliche Meerblicke. Wunderschön, wir haben eher das Gefühl, dass wir in Südspanien sind, einzig die Sonne fehlt!

Zurück zum Schiff geniessen wir ein wenig Käse und Wurst. Die letzten 2 Nächte hatten wir wenig Schlaf, ob es heute besser wird? Ein bisschen aber nur ein bisschen! Irgendwann begann wieder die Schaukelei. Der Wind pfeifft im Rigg. Dienstag Morgen fühlen wir uns wie geschüttelt und gerührt! Hatten wir das nicht schon mal vor 2 Jahren in Westirland??? Gleich steigen wir ins Reesi und fahren an Land. Wir möchten die kleine Halbinsel von Hugh Town mit ihrer Befestigung umwandern. Schöne Wanderung, die Castell Artige mit den ausgestellten Kanonen sind beeindruckend .

Dann noch ein Spaziergang durch Hugh Town.

Wir fahren mit dem Reesi wieder zur Cachana. Unterwegs sehen wir zum ersten Mal in dieser Saison ein Schweizer Schiff. Klar, wir fahren hin und lernen den netten Jean-Pierre kennen. Quatschen eine Weile, und tauschen unsere Kontaktdaten aus. Er hat sein Schiff seit 3 Jahren in Cherbourg. Vielleicht auch eine Möglichkeit für uns. Mal sehen. Am Abend gibt’s ein feines Raclette

und wir legen uns hundemüde in die Koje. Der Wind hat abgegeben, die Cachana schaukelt immer noch. Mittwoch Morgen “No comments!” Es ist wie gehabt grau und neblig.

Wir nehmen die Fähre nach Saint Agnes. Spazieren über den Tombolo und wandern um die Insel Gugh.

Es gefällt uns sehr.

Manchmal guckt die Sonne durch die Wolken, der Nebel verzieht sich.

Ursula und Alex haben uns eine kleine Gaststätte, mit vielen Meeres Leckereien empfohlen, sowie dem naheliegenden Kiosk der selbstgemachte Isch Cräm (Berndütsch) verkauft. Angekommen erfahren wir, dass der Gaststättenbetreiber auf bitte der Freundin wieder zurück auf die grosse Insel gezogen ist. Wer kann Ihm/Ihr dies verdenken, ist nicht jedermann/Frau Sache auf einer Insel mit 7 Einwohner zu leben!!! Dann doch äs Isch Cräm zum Zmittag, sehr lecker!

Jetzt frisch gestärkt umwandern wir noch die grössere Insel St Agnes!

Zurück mit der Fähre. 17.00 Uhr treffen wir Anne und Bernhard im Pub. Wir tauschen unsere Erlebnisse aus. Anne und Bernhard bleiben noch auf den Scilly’s! Sie erwarten am Freitag Ihren neu bestellten Anker! Wir verabschieden uns und fahren mit dem Reesi zur Cachana. Das Dingi wird gleich gereinigt und verpackt. Wir machen soweit es geht alles bereit, damit wir Morgen 7.30 Uhr ablegen können. Zum Nachtessen gibt es feine Pasta mit Knobli, Salbei und etwas Olivenöl sehr fein. Morgens stehen wir um 6.45 Uhr auf. Das Schaukeln war nicht mehr so extrem aber doch so, dass wir nur mässig geschlafen haben. Heute Donnerstag möchten wir nach Newlyn Harbour (dem grössten Fischereihafen in England), welcher an der westlichen Südküste liegt. Der Wetterbericht meldet ideale Wind Bedingungen, nur leider ist auch viel Nebel angesagt! Aber mit AIS und Radar haben wir ein gutes Gefühl! Wir schaffen die Ausfahrt der Scilly Insel im dichten Nebel ohne Probleme.

Der Nebel weicht uns nicht von der Seite. Teilweise wenig Auflockerungen, aber kaum denken wir an die Sonnenbrille, zieht der dichte Nebel wieder auf. Auf dem Weg begleitet uns eine Delphin Familie. :-))

Immer wieder wunderschön. Angekommen funken wir die Marina an und erhalten zu unserer Freude einen Liegeplatz. Da es ja ein grosser Fischereihafen ist, hat es nicht viele Gästeplätze. Wir sind erstaunt über die Grösse und die vielen Fischerboote hier.

Richtig spannend, man kann draussen sitzen und einfach nur zuschauen. Nicht lange geht’s und wir kaufen vom Fischer 2 grosse Loobster für je 10£, die gleich im Topf landen.

Wir freuen uns bereits auf das morgige Mittagessen. Heute Abend haben wir im Casa Tapa Newlyn reserviert, das von vielen verschiedenen Gästen in den höchsten Tönen gelobt worden ist. Wir sind nicht ganz der Meinung aber es war OK. Auf dem Schiff noch einen kleinen Absacker (Whisky) und richtig müde in die Koje. Heute Morgen aufgewacht. Wow!! Nach 4 Nächten mit wenig oder schlechtem Schlaf haben wir durchgeschlafen. Das tut so gut! Es gefällt uns hier.

Wir bleiben noch eine Nacht. Heute machen wir die Cachana bereit für den lieben Besuch. Am Samstag fahren wir nach Falmouth und werden Ursi und Franz empfangen. Auch möchten wir Anfang’s Juli nach Hause fahren. Wir haben bereits nach diversen Häfen Ausschau gehalten, die nicht trockenfallen, gut geschützt und eine gute Verkehrsanbindung bieten. Platz sollten sie auch noch haben! Nicht ganz einfach in der Hochsaison. Leider melden die Wetterprognosen untypischer Weise für die nächste Zeit Winde aus Ost. Und unsere Hauptrichtung ist nun mal Ost. Wir mögen keinen Stress und entscheiden, dass wir die Cachana in der nicht weit entfernen Plymouth Marina lassen werden. Wir bestätigen die Offerte und bezahlen die gesalzene Rechnung. Bald gibt’s Loobster!!!

Und es war so fein…….! So fein, dass wir uns vornehmen am Nachmittag noch einmal zu kaufen! So können wir morgen Ursi und Franz eine Freude bereiten. Wir müssen noch ein paar Einkäufe erledigen. Wir hoffen einen Fischer zu treffen um nochmals die feinen Tierchen zu ergattern. Die Einkäufe sind erledigt! Aber kein Fischer in Sicht. So viele Fischerboote aber keine Schiffe sind heute raus oder rein. Na dann halt nicht!! Am Abend ein bisschen Käse und kaltes Fleisch mit Rotwein immer wieder fein. Samstag früh morgens hören wir die Fischerboote eins ums andere hinausfahren. Schade, dass wir heute gehen . 7.30 Uhr Leinen los und wir nutzen die Strömung.

Heute kein Wind, der Motor brummt. Der Skip hat den Kurs nahe an’s Kap Lizard geführt. In Absprache mit der Bordfrau sind beide der Meinung, bei diesem ruhigen Wetter sollte es kein Problem sein. FALSCH GEDACHT!!!!! Als wir in die Nähe des Kaps kommen, fängt die Cachana zu tanzen an, richtig unangenehm. Schnell wird ein Kurswechsel ausgeführt und wir fahren mit mehr Abstand um das Kap. Eine Delphin Familie begleitet uns.

Um 13.00 Uhr machen wir in Falmouth fest. Wir senden an Ursi und Franz den Standort und bald begrüssen wir Sie freudig auf der Cachana.

Bis bald tschüss! Cachanieros

Wie wir von Padstow wegkommen!

Freitag morgen 5. Juni, machen sich Sandra und Michi bereit zum Abreisen. Nach der herzlichen Verabschiedung haben wir beschlossen, mit der Fähre zur anderen Seite nach Rock zu fahren und auf dem South-West Coast Path wandern zu gehen!

Wir reservieren für den Sonntag noch im Little Prawn einen Tisch für das Dinner. Das Restaurant hat tolle Bewertungen und die Speisekarte ist nach unserem Gusto! Vielleicht geht es ja dann am Montag weiter! Immer wieder scheint die Sonne, abwechselnd mit Wolken, Wind und Regen.

Nach knapp 3 Stunden wandern macht der Wind und Regen ernst! Wir entschliessen uns zur Umkehr und nehmen den Bus, welcher uns in die Nähe der Fährstation bringt.

Nun zurück mit der Fähre!

Wow! Die heisse Dusche wirkt Wunder! Wir werden von Anne und Bernhard angefragt, ob wir mit Ihnen im St Petroc’s Bistro Nachtessen möchten , mhhh, wir sagen zu. Sehr fein und mit sehr netten, interessanten Gesprächen, ein schöner Abend. Heute Nacht sind Sturmböen aus Süd angesagt. Wir liegen sehr sicher in diesem Hafen. Aber die Cachana beginnt trotzdem zu Schaukeln und es heult und pfeift. Der Skipper erfährt von alledem erst morgens aus der Erzählung der Bordfrau!

Es regnet und wir nutzen die Zeit, um uns schlau zu machen wie es weitergehen soll! Die ganze nächste Woche sind viele Stürme aus West oder Südwest angesagt (bereits die 2. Woche). Am Montag haben die Wettermodelle bis ca. 14.00 Uhr Nordwest Wind, drehend auf West angesagt. Eigentlich möchten wir sehr gerne zu den Scilly Inseln segeln, aber mit diesen Wettervorhersagen eher schwierig! Und dazu wird das Gezeitentor frühestens 9.30 Uhr geöffnet. Wir wollen auf keinen Fall im Dunkeln in den 75sm entfernten Scilly’s ankommen. Dazwischen gibt es keine Häfen, nur ungeschützte Ankerbuchten. Desshalb gibt es nur noch die Variante um Land’s End, (westlichster Punkt von England’s Festlandsküste) in die Penzance Bay zu segeln, die knapp 60sm entfernt ist. Dazu sind Wellen zwischen 2-2.5m aus Westen angesagt und diverse Gezeitenströme. Nicht ganz einfach, mal abwarten und Sonntag’s nochmals die Wettermodelle ansehen! Nachmittags spazieren wir eine halbe Stunde zu einem spannenden Farmer Shop, welcher viele Frischprodukte, Gemüse, Fleisch und Spezialitäten anbietet. Wir kaufen dort einige Delikatessen ein und spazieren weiter zum Tesco. Gestern Abend haben wir festgestellt, dass der Rotwein alle ist. Wir müssen wieder bunkern. Mit 2 schweren Rucksäcken kriechen wir zurück. Pünktlich um 20.00 Uhr nehmen wir Platz an unserem Tisch im Little Prawn ein. Ein kleines Restaurant mit etwa 20 Plätzen und ein junges, sympathisches Team. Das Essen, Tapas artig aber anders!

Hervorragend, wir können das Restaurant nur empfehlen! Wir geniessen den Abend! Heute Sonntag, eher grau, bewölkt und ab und zu Nieselregen.

Wir nutzen die Zeit um einige Arbeiten zu erledigen und das Wetter zu studieren. Was neu ist, dass fast alle Wettermodelle auf nächstes Wochenende eine Wetterberuhigung voraussagen! Wir entscheiden uns, dass wir hier an diesem so wunderschönen Ort bleiben und nächstes Wochenende zu den Scilly’s segeln. Am Mittag geniessen wir unsere hausgemachtes Kaviar-Omelette. Jetzt haben wir Zeit und planen was wir in den nächsten Tagen unternehmen möchten. Montag morgen, bei mehrheitlich sonnigem Wetter, fahren wir mit der Fähre wieder nach Rock und laufen zur 20 Minuten entfernten Busstation. Wir fahren mit dem Bus nach Polzeath

und wandern der South-West Coast Path weiter der Küste entlang zu Port Isaac. Der direkte Weg wäre etwa 2.5 Stunden, der Küste entlang 5.5 Std. mit ca. je 1200 Höhenmeter rauf und runter. Wir entscheiden uns für den längeren.

Wir werden mit wunderbaren Ausblicken belohnt.

Zurück mit Bus nach Rock, dann in einem sehr gut ausgestatteten Laden kaufen wir etwas Wein, Pouletschenkel und grünen Spargel ein. Spazieren zurück zur Fähre und werden doch noch verregnet. Kaum von der Fähre scheint die Sonne wieder. Der Grill wird montiert und die Pouletschenkel und Spargeln kommen gleich auf den Grill, zum Dessert ein Grill-Raclette Brötchen. Sehr fein! Dienstag Morgen laufen wir zum Fahrrad-Verleih und mieten E-Bike’s. Und los geht’s den Camel Trail entlang von Padstow über Wadebridge und Bodmin nach Wenford Bridge.

Die Wege führen dem Fluss entlang, über Wiesen und Wälder auf einem alten Bahntrassee, dass zu einem Fahrrad und Spazierweg umfunktioniert wurde.

Nach ca. 18 Meilen = 29 km erreichen wir Wenford Bridge. Dort geniessen wir unseren Picknick und fahren wieder heimwärts.

Auf dem Weg möchten wir noch einen kleinen Abstecher ins Weingut Camel Valley machen. Ihr liest richtig, Weingut in England? Tatsächlich!! Es gibt hier in der Gegend 2 Weingüter, das Trevibban Mill Vineyard und Camel Valley! Wir degustieren auf der Terrasse,

mit schönem Ausblick auf die Weinberge, 2 Prosecco von der Pinot Noir Traube, Rose und Weiss, dann noch 2 Weissweine ein Chardonnay und ein Bacchus,

sind überrascht alle sind sehr fein! Aber teuer sind sie schon.

Weiter geht’s nach Wadebridge auch dort machen wir halt. Überraschung! Da hat es einen Käsespezialisten der den Käse und Butter selber produziert, es hat aber auch andere ausgewählte Käse. Wir dürfen degustieren und natürlich kommen wir nicht ohne den leckeren Käse heim. Nun müssen wir uns beeilen, der Fahrrad Verleih schliesst um 17.00 Uhr, das wird knapp. Wir ziehen aus den E-Bike den maximalen Strom und mit unserer maximalen Muskelkraft erreichen wir 17.02 Uhr die Station! Die Fahrräder sind bereits eingeräumt, aber die Verleiherin ist noch hier und lächelt, da seid Ihr ja! Die Fahrräder abgegeben laufen wir zur Cachana. Zum Abendessen wird der Grill wieder angefeuert und wir grillieren Lammplätzli, dazu gibts Coco-Bohnen und Salat.

Mittwoch ist Sonne, Regen und Wolken angesagt, trotzdem machen wir uns morgens auf den Weg zur Bus Station und fahren eine knappe Stunde nach Magwan Porth. Die Strassen sind in dieser Gegend sehr eng. Es ist abenteuerlich in den englischen Doppelstock Bussen durch die engen, kurvigen Wege zu crusen! Wir bewundern die Gelassenheit des Buschauffeurs.

Angekommen wandern wir wieder auf dem South-West Coast Path.

Es geht der Küste entlang bis zur Constantine Bay. Wunderschöne Steinmauern säumen den Weg. Was für eine Arbeit, sie faszinieren uns immer wieder.

Von Constantin Bay aus gehts wieder mit dem Bus nach Hause. Wir haben Wetterglück es hat nur einmal kurz geregnet, meistens Wolken mit Sonne und viel Wind. Angekommen scheint die Sonne. Wir geniessen ein Ribeye Steak vom Grill!

Am Donnerstag ist viel Wind und immer wieder Regen angesagt. Es stehen einige Arbeiten, wie Büroarbeiten, Blog und Routenplanung an. Um 17.00 Uhr sind wir bei Anne und Bernhard auf der Bass Rock zum Apero eingeladen wir geniessen den Abend mit den Beiden. Freitag ist das Wetter etwas besser aber eben nur etwas! Macht Nix!! Wir haben immer noch einige Abklärungen zu erledigen und somit ist der Tag schnell vorbei. Samstag hat sich das angekündigte Hoch über uns eingeschlichen. Die Sonne scheint mit einer leichten Brise. Wir flanieren in Padstow. Viele, viele Touristen, aber eine sehr gemütliche Atmosphäre, uns kommt es fast so vor wie an einem schönen Sommertag in Ascona an der Uferpromenade!

Wir begleichen die Hafengebühren, 14 Nächte das haben wir noch nie geschafft! Für uns fühlt es sich so an als hätten wir in Cornwall 2 Wochen Ferien gebucht. Wir nehmen viele schöne Erlebnisse und Eindrücke mit. Wir treffen unsere Vorbereitungen, Einkäufe, Waschen, Wasser bunkern, Wetter/Strom und Routenplanung etc.

Denn Morgen 4.30 Uhr möchten wir ablegen. Unser Kurs soll uns zu den 75sm entfernten Scilly Inseln führen. Wieder ist es so, dass wir Ströme mit uns haben werden aber auch noch stärkere gegen uns, dazu ein 10sm breites Verkehrstrenngebiet, welches wir im rechten Winkel überqueren müssen. Wir sind gespannt. Bis bald Cachanieros

Michi und Sandra

Unsere Tage bei Susanne und Chérif

2026 hatten wir mal wieder die Möglichkeit, mit Susanne und Chérif, ein paar Tage auf der Cachana zu verbringen. Wir freuten uns sehr über diese Möglichkeit, da 2025 die gemeinsamen Tage abgesagt werden mussten (Leistenbruch).

Nach kurzer Vorbereitung war klar, dass wir am Donnerstag 28. Juni um 07.05 den Flug nach London antreten werden und anschliessend mit dem Zug nach Milford Haven fahren würden. Geplant war um 8 Uhr abends gemeinsam zu Essen. Wie öfters in den letzten Jahren driftet Plan und Realität auseinander. So auch dieses Jahr. Denn als wir im Bahnhof Paddington ein Billett nach Milford Haven kaufen wollten, teilte uns der nette Mann hinter dem Schalter mit, dass dies nicht möglich sei. Die nächsten Züge würden nur bis Swansee fahren. Dort müssten wir warten und könnten erst einen Zug nach 19.00 Uhr nehmen, womit wir erst um ca. viertel nach acht oder gegen halb neun ankommen würden.

Was nun? Zuerst einen Apero trinken. Während wir also unseren Prosecco genossen kam mir die Idee, dass man dennoch früher fahren könnte. Dann besteht vielleicht die Möglichkeit in Swansee einen Uber zu nehmen und so dennoch zurzeit anzukommen. Ein guter Plan. Denn so verlief die Reise auch, so dass wir zurzeit bei Chérif und Susanne waren und rechtzeitig Nachtessen konnten. Nach dem üblichen «Schlumi» ging es ins Bett. 

Am nächsten Tag konnte ausgeschlafen werden, was wir alle genossen. Denn der Wasserstand, aufgrund der Gezeiten, erlaubte ein Auslaufen sowieso erst kurz nach Mittag. Es blieb somit genügend Zeit um zu Essen, Wasser zu bunkern und Diesel zu tanken.

Gemütlich segelten wir den Fluss nach Llangwm hoch

und ankerten in ruhigen Gewässern. Nachdem die Cachana an der Boje festgemacht war, begannen die Arbeiten für das Nachtessen und Chérif startete die Planung für die nächsten Tage.

Es war von Beginn weg klar, dass die Cachana und ihre Crew weiter nach Süden segeln muss. Nächstes Etappenziel wird sein, «Padstow». Also war Wind (ungünstig), Strömung und Wetter zu studieren und den bestmöglichen Plan zu entwerfen. Wie immer hatte Chérif eine Idee, welche die Crew widerspruchslos folgte. Der Plan war, am nächsten Tag gemütlich und unter Motor in

die Bucht von «Dale Beach» zu fahren

und am übernächsten Tag die rund 74 Seemeilen nach Padstow zu segeln. Ein Törn, welches frühes Aufstehen, guten Wind und wenig Gegenströmung erforderte.

Glücklicherweise konnten wir beide Tage wie geplant umsetzen, so dass wir am Sonntag 31. Mai fahrplanmässig in Padstow ankamen.

Bei traumhaften Wetter segelten wir in rund 14 Stunden bis in den Hafen von Padstow, wo wir in der «zweiten Reihe» festmachen konnten.

Der Montag war mit englischem Wetter gesegnet. Somit hiess es ausschlafen und einen ruhigen Tag mit Einkaufen, Duschen, Kaffeetrinken und Ortbesichtigung zu verbringen. Alles gut. Leider war während dieser Woche ein Weitersegeln ausgeschlossen. Wind zu stark und aus der falschen Richtung und es war mit Wellen von drei bis vier Metern zu rechnen. Was also tun. Der Plan war schnell gefasst. Am Dienstag gab es eine wunderschöne Wanderung der Küste entlang von Padstow.

Und für Mittwoch / Donnerstag mieteten wir ein Auto und fuhren nach Cardiff, wo wir übernachteten.

Leider war es unmöglich einen Hop on Hop off Bus zu finden, weshalb wir die Stadt und einige Geschäfte zu Fuss erkunden mussten.

Wer uns kennt, weiss, dass dies für uns keine Herausforderung darstellte. Wir vier finden regelmässig zu essen, zu trinken

und bei Bedarf etwas zu kaufen. 

Am Donnerstag genossen wir den Vormittag noch kurz in Cardiff

ehe wir über Bristol zurück nach Padstow fuhren. Die bekannte Clifton Brücke von Bristol

und der Hafen kann jedermann empfohlen werden.

Auch in Bristol kann man sich gut verweilen und es gibt / gäbe einiges zu entdecken.

Leider war unsere Zeit auf der Cachana am Freitag schon wieder zu Ende.

Um die Rückreise in die Schweiz etwas entspannter angehen zu können planten wir eine Nacht und einen Tag in London ein, so dass wir London kurz und per Hop on Hop off Bus erkunden konnten. Da wir das Mietauto bis Freitag reserviert hatten half uns dies, unser Gepäck nach Bodmin zu bringen. Danach fuhr uns das Taxi zum Bahnhof.

Die Tage mit Susanne und Chérif vergingen wie im Flug und waren wie immer traumhaft. Vielen Dank

Bye bye Irland

Freitag 22. Mai Abends kaum haben wir den letzten Beitrag veröffentlicht, freuen wir uns auf ein feines Tuna Tatar. Wir möchten nur noch schnell das Brot toasten. Ein grosser Knall, Toaster Tod!!! Doch noch Ofen anwerfen! Es war dennoch sehr sehr lecker.

Samstag 5.30 Uhr ist der Wecker gestellt, wir sind bereits 5.15 Uhr am Kaffee trinken. Pünktlich 6.00 Uhr lösen wir die Leinen und verlassen Howth mit Hochwasser.

Somit sollten wir die Strömung mit uns haben, eine leichte Brise kommt uns entgegen.

Der Wind soll stärker werden, wir wollen vorher in Wicklow sein. Somit machen der Motor und die Strömung den grössten Teil der Strecke, bis zu 2 Knoten schiebt uns die Strömung Wicklow entgegen. Kurz vor 11. 00 Uhr machen wir bereits am Zielort fest.

Hier hat es keine Schwimmstege. Wir befestigen die Cachana an eine dafür vorgesehene Bretterwand . Wir nehmen die langen Leinen, damit wir so die Tide ausgleichen können. Wir hoffen, dass wir in der Nacht nicht aufstehen müssen um zu kontrollieren. Gut ist, dass jetzt Ebbe ist und gegen 18.30 Uhr die Flut kommt. Somit können wir beobachten, ob wir die langen Festmacher richtig gesetzt haben. Alles bestens.

Photo aus dem Küchenfenster

Heute Nachmittag geniessen wir die Sonne, machen einen kleinen Spaziergang und faulenzen.

Bald gibt’s feine Vongole, wir freuen uns.

Sonntag, den 24.Mai stehen wir wieder früh auf! Punkt 6.00 Uhr lösen wir die Leinen.

Wir kreuzen gegen den Wind dem 15sm entfernten Arklow entgegen. So früh damit wir den Strom bis zu 2kn mitnehmen können. Die Sonne scheint, wunderbar und wir sind schneller als erwartet. 9.30 Uhr sind wir schon vor der Einfahrt der Flussmündung, welche nach Arklow führt. Wir fahren hoch und können am Ponton im Fluss festmachen, sehr hübsch.

Es ist herrlich warm, der Sommer ist da. Wir ziehen die kurzen Hosen und ein T-Shirt an. Z’Mittag gibt’s leckeren Lachs mit Prosecco! Die schmutzigen, grünen Fenderhüllen werden gewaschen, sie sind grün von der Bretterwand in Wicklow. Wir machen einen Rundgang in der Stadt und geniessen die Sonne.

Am Abend grillieren wir einen Black Sole, dazu gibt’s Zucchetti.

Den Fisch haben wir in Howth beim Fischändler erstanden, ist extrem lecker. Sein Fleisch hat viel mehr Biss als die Sole die wir kennen, sehr zum Empfehlen! Nächsten Morgen machen wir eine kurze Wanderung dem Fluss entlang, richtig idyllisch.

Am Nachmittag befassen wir uns mit unseren Büchern. Wir möchten morgen Dienstag nach Milford Haven segeln. Milford ist in Wales und ist 85sm entfernt. Wir erfahren, dass Milford Haven der grösste Naturhafen England’s ist und auch sehr schön sein soll. Trotz der Oelindustrie welche schon längere Zeit Einzug genommen hat. Dies bedeutet auch, dass uns evt grosse Oeltanker entgegen kommen können. Deshalb sind einige Regeln zu beachten. Schnell sind 2-3 Stunden vorbei, bis alles klar ist. Wir entscheiden uns, dass wir um 4 Uhr morgen los fahren. Den Strom der 2 – 3 Std. mit 2kn gegen uns fliesst nehmen wir in Kauf und hoffen, dass wir vor dem grossen Gegenstrom in der Nähe von Milford  sein werden. Wir fragen noch unseren Freund Markus und er ist auf ein ähnliche Abfahrtszeit gekommen. Dann wird grilliert, feine Lammkotteletten mit grünen Spargeln zum Dessert ein Raclettebrötchen. 

Sehr lecker

Dienstag, 26. Mai 3.30 Uhr schrillt der Wecker, zur Erinnerung wir machen das freiwillig!!!! Zuerst mal ein Café, bereit machen, anziehen und Punkt 4.oo Uhr Leinen los! Dann Inverter sei dank noch einen Café. Es ist noch ziemlich dunkel, aber wir können bereits Umrisse erkennen.

Wir motoren den Fluss runter und setzten bald das Grosssegel, leider noch mit wenig Wind, so dass der Motor noch weitere 2 Stunden surrt.

Nun endlich mehr Wind und der Kurs passt, dass wir den Gennaker seit langem mal wieder setzten können.

Wir rauschen Richtung Milford, leider müssen wir nach 3 Stunden etwas anluven, da der Strom uns nun stark nach Süden versetzt. Wir werden von Delphinen begleitet, immer wieder ein tolles Erlebnis.

Wir rollen den Gennaker ein und segeln mit der Genua weiter. Zwischendurch lässt der Wind so nach, dass wir den Motor mitlaufen lassen. Der Gennaker steht wieder und das Log zeigt 6-8kn. Trotz unseren Bemühungen sind wir aber immer noch 20 sm von der Einfahrt Milford Haven entfernt. Der Gegenstrom beginnt bereits 13.oo Uhr und nicht wie in den Büchern zwischen 14.oo und 15.oo Uhr angesagt. Wir landen im starken Gegenstrom. Unsere Fahrt über Grund leider nur noch zwischen 2-4kn.

Puah!!! Wir kommen schleichend vorwärts. Schlussendlich machen wir in Milford Haven um 20.oo Uhr fest.

Wir räumen auf und geniessen auf der Veranda des Hafenrestaurant, mit der Crew der Bass Rock, einen Drink. Anschliessend auf der Cachana Pasta Aglio, Olio e Saggio und wir kriechen hundemüde in die Koje. Mittwoch morgen, den 27. Mai, machen wir uns auf dem Weg zum Fischhändler. Spazieren bei den Fischern vorbei. Nach kurzer Nachfrage von Susanne kriegen wir 2 grosse Hummer. Er fragt uns ob wir noch Seeteufelbäckchen wollen! Natürlich! Beim Fischhändler kaufen wir Jakobsmuscheln und Krabbenfleisch ein! Wow!!! So können wir Susanne’s Geburtstag gebührend feiern. Wir freuen uns! Zurück auf der Cachana wird gleich der grosse Topf aufgesetzt und die Hummer werden zu ihrem Leidwesen nacheinander von ihrer Gefangenschaft befreit und landen im Topf. Am Mittag bereitet der Skip die Seeteufelbäckchen zu, sehr lecker.

Gemeinsam geniessen wir den Tag und haben die meisten Arbeiten auf Donnerstag verschoben. Wir gehen auf Erkundungstour durch Milford! Hübsch!

Ein Gebi Apero wird genossen. Unser feines Nachtessen: zuerst gibt’s die Jakobsmuscheln

und dann den Hummer!

Wir schaffen nicht alles! Macht nix! Der Rest gibt eine feine Vorspeise für Donnerstag Mittag! Zum Schluss noch etwas Salat. Es gibt nur ein Wort für das Geburtstagsessen. Genial :-))

Donnerstag morgen beginnen wir die hintere Koje zu leeren. Sie ist voll mit unserem Krempel. Wir machen Platz für Sandra und Michi, welche heute Abend zu uns stossen. Zu Mittag gibt’s den Rest vom Hummer und das Krabbenfleisch, sehr Lecker. Am Nachmittag wird weiter geräumt, geflickt, gereinigt innen und aussen. Gegen 18.oo Uhr kommen Sandra und Michi! Grosse Begrüssung, einen Apero auf der Cachana und dann in’s Restaurant zum Nachtessen.

Auf bald Eure Cachaneros