Auf dem Weg nach Cork

Waterford, Montag 9.00 Uhr lösen wir die Leinen. Was für ein Kontrast zu gestern (blauer Himmel mit Sonnenschein und warm). Jetzt viel Feuchtigkeit, aber nicht kalt und etwas Wind von vorne. Wir motoren. Der Strom schiebt uns zeitweise bis zu 3kn. Der Nebel wird immer stärker. Zum Teil nur noch 20-30m Sicht.

Wir fahren den Radar hoch, tolle Sache. So sehen wir die Fischernetze vorzeitig, welchen wir somit früh genug ausweichen können. Bereits am Mittag machen wir in Dunmore East Hafen, an der Silmaril im Päckli, fest. Der Hafen ist einer der grössten Fischerhafen in Irland. Viele Fischerboote stehen drin.

Harasse mit Krabben und Lobster
Diesmal nicht !

Wir spazieren durch das hübsche Dorf. Vom Hafenmeister haben wir erfahren, dass Sie heute ein Passagierschiff mit über 3’000 Gäste erwartet haben, welcher aber wegen dem Nebel Dunmore nicht anlaufen konnte. Wir sind nicht traurig! Ein ansprechendes, schönes Städtchen

mit einer schönen grossen Beach.

Einige sind am Baden. Nähe Hafen hat es einen Fischshop, welcher aber am Montag keine frischen Fische führt. Dafür Fish und Chips und Austern……! Heute Abend sind wir auf der Silmaril zum Nachtessen eingeladen. Wir bringen den Aperitif, hiesige Austern….Mmh! Wir spazieren zum Shop und möchten natürlich die Qualität überprüfen. Somit bestellen wir je 3 Austern mit Prosecco!

Die Austern sind Extraklasse!!

Wir kaufen 16 Stück für den Apero. Der Skip öffnet sie im Schweisse seines Angesichts und schon sitzen wir auf der Silmaril und geniessen die Krustentiere mit Hochgenuss.

Anschliessend schlemmern wir weiter mit Ursula’s Polenta, Ratatouille und ein Stück Rindsfilet sowie ein Sherloin Steak. Perfekt gebraten! Als Dessert wird ein feiner Whisky serviert.

Dienstag Morgens 10.00 Uhr geht’s weiter. Wir segeln nach Helvick.

Es ist die gleiche Bucht, in welcher wir mit den Fahrrädern waren. (Dungarvan). Der Hafen von Dungarven fällt trocken, deshalb nähe Helvick vor Anker. Das erste Mal auf dieser Reise, wir freuen uns. Kurz vor dem Ziel nehmen wir die Segel runter und werfen die Angel aus. Bald haben wir 2 Makrelen am Hacken. Die Vorspeise heute Abend ist auch klar. Wir fahren noch ein paar 100m weiter zur Ankerbucht. Wir haben gelesen, dass dort, je nach Literatur, Gästebojen vorhanden sind. Wir suchen und sehen keine, dafür viele Bojen die Hummer/Krabbenkörbe kennzeichnen. Wir lassen unseren Anker dazwischen, mit genügend Abstand, runter. Heute Abend gibt’s 3-Gang Menu: 1. Gang; Sashimi-Makrele, 2. Gang; gebratene Piementos mit etwas Honig, 3. Gang; Restenverwertung; Reis mit Gemüse. Sehr lecker. Dazu gibt’s einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Zufrieden mit vollem Bauch kriechen wir unter die warme Decke. Es ist dunkel und die Cachana beginnt unregelmässig zu schaukeln und dies in alle Richtungen. Das ganze ohne Wind. Wir kontrollieren ob sie noch am gleichen Ort liegt, alles bestens. Der Grund vom Schaukeln ist, dass der Tidenstrom gegen die leichte Dünung strömt. Die Cachana liegt normalerweise vor Anker immer mit dem Bug gegen den Wind, wo meistens die Welle auch herkommt. In Tidengewässern ist der Strom oft stärker als der Wind und der Bug legt sich gegen den Strom. Somit kommen die Wellen, seitlich oder von hinten. Auf alle Fälle nicht schlaffördernd!

Mittwoch Morgens 7.30 Uhr heben wir den Anker, doch zuvor nimmt die Skiperin ihr erstes Bad, 14,6 Grad. :-)) Wir möchten direkt in die Umgebung von Cork. Da Ursula und Alex für 3 Wochen nach Hause gehen, haben Sie in Crosshaven, nähe Cork, einen Platz gefunden, um die Silmaril für 3 Wochen stehen zu lassen. Chantal, Matthias und Ari kommen am Montag mit demselben Flieger. Wir haben zu wenig Wind und müssen die ersten 2/3 der Strecke Motoren.

Dann frischt der Wind auf. Wir kreuzen bis nach Crosshaven.

Crosshaven

Wir möchten Morgen zur 14sm entfernten City Marina in Cork fahren. In der Literatur steht, dass man über ein App den Platz buchen muss. Also App herunterladen, Kreditkarte hinterlegen, 2 Plätze bezahlen um die Nachricht zu erhalten, dass die Reservierung und Buchung erst gültig ist, wenn der Hafenmeister bestätigt. Vorher dürfen wir den langen Kanal gar nicht rauf. Wir beschliessen, dass wir Donnerstag 8.00 Uhr ablegen möchten. Wir hoffen, dass wir am Morgen die Bestätigung erhalten haben. 7.30 Uhr lesen wir die Meldung über das App, dass die Buchung annulliert worden ist, da die City Marina die Reservation nicht bestätigt hat! Ärgerlich, aber was soll’s! Wir bleiben heute hier und spazieren durch Crosshaven, hübsch, an einen Hang gebaut bis hin zum Wasser.

Gleich daneben hat es noch 2 Marinas. Uns interessiert der hinterste Hafen. Wir möchten wissen, ob dort Waschmaschine und Tumbler zu Verfügung stehen. Wir sollten Waschen. Dazu kommt, es ist der “Royal Cork Yacht Club”. Es ist der älteste Segelclub weltweit welcher durchgehend bis heute Bestand hat, seit 1720. Waschmaschine und Tumbler sind vorhanden. Beim Apero besprechen wir unser weiteres Vorgehen. Unser Plan gleich mit dem Bus nach Cork, den Hafen anschauen und sich informieren. Gesagt getan!

Schöne Busfahrt

Nach einer halben Stunde sind wir in Cork und flanieren zum Hafen. Dort liegen nur wenige Schiffe. Zufällig ist die nette Trish vom Hafenpersonal anwesend und wir klagen unser Leid. Sie ist überrascht und gibt uns Ihre E-Mail Adresse an. Wir sollen Ihr direkt schreiben, Sie organisiere das für uns. Danach suchen wir den English Market auf. Sensationelle Stände mit Fisch, Fleisch, Gemüse und vielem mehr.

Wir kaufen nichts, wir kommen wieder!

Unser Plan ist: Morgen zur City Marina zu fahren, 2 Nächte zu bleiben und danach zurück zum Royal Yacht Club!

Freitag, wir fahren unter Motor den River Lee hinauf. Eine abwechslungsreiche Fahrt. Wir sehen hübsche Ortschaften mit imposanten Kirchen,

Industrie sowie Militärkriegsschiffe .

Der Tidenstrom schiebt uns bis zu 1,5kn voran. Somit eine schnelle Fahrt. Wir machen in Cork bereits um 11.30 Uhr fest. Bei sonnigem Wetter geniessen wir eine kleine Stärkung. Dann los, wir laufen zur St. Anne’s Church.

Wir steigen die 135 Stufen in den Turm hinauf. Auf der 3. Etage dürfen wir die Glocken bedienen. Es sind 8 Glocken, welche wir an dünnen Seilen nach Vorgabe ziehen können um eine Melodie zu spielen. “Hey Jude” ist leider nicht so gut erkennbar wie wir es uns gewünscht hätten.

Dann geht’s weiter den Turm hoch.

Oben angekommen geniessen wir die Aussicht.

Treppe runter und anschliessend besuchen wir die Kirche. Sie strahlt eine friedliche, ruhige Atmosphäre aus.

Ein älterer Herr spricht uns an und erzählt die Geschichte über das Gebäude. Sehr nett.

Auf dem Rückweg zur City befindet sich das Buttermuseum. Es ist schönes Wetter, wir sehens nur von Aussen.

In der Zeit zwischen 1700-1900 war hier die grösste Butterbörse weltweit.

Das Zentrum hat grosse, breite Strassen mit vielen Shopping Möglichkeiten,

aber auch die kleinen, engen Gassen fehlen nicht, mit vielen Restaurants und Pups.

An einigen Ecken spielen Strassenmusikanten, oft mit schönen Stimmen. Viele Leute sind unterwegs. Die Sitzeplätze der Strassencafés sind gut belegt. Wir finden auch einen Platz und geniessen etwas Weisswein und schauen dem Treiben zu. Auffallend viele Frauen sind mit Ihren kurzen Kleidern bereit für den Ausgang. Dabei frischt der Wind auf und wir haben schon längstens Pullover und Jacke an. Uns friert’s nur schon beim Zusehen. Anschliessend suchen wir den Nesspresso Laden. Wir brauchen etwas Nachschub und treffen unterwegs Ursula und Alex. Wir reservieren in einem Seafood Restaurant 4 Plätze. Am Abend geniessen wir unser Essen, sehr fein aber viel.

Auf dem Nachhauseweg glustet’s uns nach einem Whisky. Wir kehren in die Frisky Whisky Bar ein. Live Music, 3 Irische Musiker mischen den Laden auf, tolle Stimmung.

Wir versuchen den empfohlenen lokalen Whisky, “Green Spot” so lecker, dass wir einen 2. geniessen. Irgendwann spazieren wir gemütlich zu unseren Schiffen.

Das in den irischen Farben beleuchtete Stadthaus.

Samstag, Morgens regnets. Wir nutzen die Zeit um Blog zu schreiben!

Bald beruhigt sich der Regen, es nieselt und wir machen uns auf dem Weg! Wir besuchen eine empfohlene Galerie nahe der Oper.

Interessant!

Dann geht’s weiter zum English Markt

Eingang zum Markt

und wir nehmen in der oberen Galerie unser Mittagessen ein.

Sehr fein, mit netter Bedienung und einer ausserordentlich, gemütlichen Atmosphäre. Nach dem feinen Essen kommt der obligate Einkauf. Wunderbare frische Sachen erwarten uns. Dann zurück zur Cachana um die feinen Einkäufe im Kühlschrank zu versorgen. Anschliessend geht’s weiter, wir möchten die Kathedrale besuchen.

Kathedrale mitten in der Stadt

Sehr eindrucksvoll!

Jetzt noch zum Fort Elizabeth gleich nebenan. Leider sind die Türen vor 17.00 schon geschlossen. Wir treffen Alex und Ursula in einem nahe gelegenen Pup. Wir trinken ein Bier und schauen die erste Hälfte des Fussballspiel’s Schweiz/Italien. Ist eine Freude dem Geschehen zuzusehen. Na ja, einige Italiener im Pup waren nicht gleicher Meinung, war ziemlich still in dieser Ecke. Wir spazieren zurück zum Schiff und immer wieder tolle Bilder auf den Fassaden.

Lauschige Ecken

Gegenüber unserem Liegeplatz wunderschönes Lichtspiel

Klar, das erfolgreiche Spiel wird mit dem Handy weiterverfolgt! Wir bereiten unsere gekauften Köstlichkeiten zu. Unser Menu; ein paar Austern, danach einige Jakobsmuscheln und anschliessend ein Piri Piri (gebratene Crevetten mit Chili und Olivenöl), leider sind die Fotos vor lauter Freude vergessen gegangen. Wir geniessen`s ein leckerer, wunderschöner Abend mit viel Diskussion’s Themen, einfach schön! Sonntag Morgens gemütliches Aufstehen. Der Weinbestand sollte mal wieder aufgefüllt werden. Die Auswahl ist hier in Cork sicher besser. Wir schlendern zum grossen Lebensmittel Store der 11.00 Uhr aufmacht. Nur! Wir müssen feststellen, dass in Irland am Sonntag, alkoholische Getränke erst ab 12.30 Uhr verkauft werden dürfen, an Werktagen ab 9.30 Uhr! Wir warten… ! Nach dem Einkauf laufen wir voll beladen zur Cachana und räumen ein und los gehts zum Royal Yacht Club in Crosshaven. Wir haben einen tollen Platz zugewiesen bekommen. Es geht gleich los, schnell ist die 1. Wäsche bereits in der Waschmaschine. Wir werden von Ursula und Alex im Restaurant zum Nachtessen eingeladen und anschliessend gibt’s noch ein /zwei Whisky im Pup.

Montag Programm: Waschen, hintere Koje räumen, reinigen, einkaufen, Blog schreiben und so weiter. Chantal, Matthias und Ari sitzen bereits im Flieger und werden bald hier sein, wir freuen uns sehr. Der nächste Bericht kommt nicht von uns :-)).

Herzliche Grüsse

Cachanieros