Donnerstag, 14. Mai
Wir geniessen den Kaffee in der vorderen Koje, die Heizung läuft. Schön, so können wir uns später bei angenehmen Temperaturen anziehen. Die Kälte des Wasser drückt durch den Boden und breitet sich im ganzen Schiff aus. Das wird dann richtig kalt. Gegen Mittag spazieren wir zum Fischbrötchenstand gleich beim Strand und bestellen dort Queenies.

Queenies sind auf der Isle of Man die lokale Bezeichnung für eine besonders zarte, kleine Jakobsmuschel. Exxtrem Lecker! Anschliessend zur Busstation nach Douglas. Wir möchten noch mit der Dampfbahn fahren.

Von Douglas nach Port Erin und zurück. In der Hauptstadt angekommen marschieren wir im Laufschritt zum Bahnhof, ergattern uns die Tickets und schon sitzen wir in einem dieser wunderbaren, nostalgischen Wagon. Jedes Abteil hat eine eigene Türe und wir haben ein Abteil für uns! Toll! Die Fahrt dauert ca. 1 Stunde und führt uns an der Küste entlang durch Wiesen und Wälder, einfach wunderschön.


In Port Erin haben wir eine gute Stunde Zeit. Beim Spaziergang stellen wir schnell fest, das Städtchen gibt nicht so viel her! Eine sehr schöne Bucht mit grossem Sandstrand ist vorhanden, aber es ist zu kühl und windig um zu bleiben.

Wir gehen noch in’s Bahnhof Museum, dass uns sehr gefällt. Schon bald ist es 16.00 Uhr und wir steigen in den Wagon ein.

Die Dampflok fährt nun den ganzen Weg rückwärts! Wir geniessen die Rückfahrt mit einem Glas Pro Secco.

Kaum auf der Cachana angekommen erblicken wir einen wunderschönen Regenbogen. Wow!

Susanne übernimmt mal wieder die Küche. Der Skip klärt ab, ob es möglich ist auf vernünftige Weise nach Liverpool zu Segeln. Das heisst alles mit den Zeiten koordinieren. Wann das Schleusentor in Peel aufmacht, bis wir im 90sm entfernten Queenskanal vor dem Schleusentor von Liverpool sind. Dazwischen gibt es leider keinen gescheiten Hafen. Es könnte knapp aufgehen, bis die Erkenntnis vorliegt, dass in der Nacht in Liverpool nicht geschleust wird. Die Literatur beschreibt den Queenskanal folgendermassen. Strom bis 5kn, keine Anlege Möglichkeiten und vom Ankern wird dringend abgeraten, da der Untergrund weich ist und somit kein Anker mit diesen Stromgeschwindigkeiten hält und falls doch, wird der Grund sein, dass sich der Anker in dem vielen deponierten Unrat verhakt hat. Dies wollen wir auf alle Fälle nicht!!!!

Wir entscheiden uns, dass wir nach dem 72sm entfernten Howth nähe Dublin segeln, die grosse Frage wann! Am Freitag morgen soll es noch viel Nordwind haben, gegen Nachmittag abflauend. Am Samstag sehr wenig Wind und falsche Richtung.
Am Freitag morgen spazieren wir zum Strand und begutachten die Wellen, welche da entgegenkommen. Wir sind beide der Meinung das müsste gehen. Wir gehen zum Hafenmeister um die Hafengebühr zu bezahlen. Wegen dem Tiefenmalheur verrechnet er uns nur 3, statt 5 Tage, sehr sehr nett. Auch verspricht er, das Gezeitentor um 10.00 Uhr zu öffnen.

Punkt 10.00 Uhr fahren wir durch das Tor und setzen gleich das Grosssegel mit dem 2. Reff. Wir kämpfen uns mit Hilfe des Motors durch die anrollenden Wellen, es geht besser als gedacht. Dann Kurswechsel und wir surfen mit ebenfalls gerefftem Vor- und Grosssegel. Schnelle und schöne Fahrt! Leider fällt am Nachmittag der Wind komplett zusammen und wir müssen mit dem Motor nachhelfen. Wir möchten um 21.30 Uhr in Howth sein, bevor es ganz dunkel wird. Dies wird immer schwieriger, da wir Gegenstrom haben von 0,5-1,8kn welcher nicht kippen will.

Um 22.30 Uhr fahren wir in Howth ein. Zum Glück haben wir einen Platz reserviert, da müssen wir nicht lange im Dunkeln suchen. Gleich bei der Einfahrt sehen wir überraschenderweise die Bass Rock! Die Crew, Anna und Bernhard haben wir letztes Jahr bereits kennengelernt. Wir fahren zu unserem reservierten Platz, aber den hat sich jemand anders geschnappt. Kurz entschlossen fahren wir wieder Rückwärts raus und machen hinter der schlafenden Crew der Bass Rock fest. Müde und zufrieden geniessen wir noch etwas Käse und dann freuen wir uns auf die Koje.
Nächsten Morgen ein grosses Hallo mit Anna und Bernhard. Anschliessend gehen wir zum Hafenmeister um uns anzumelden und uns betreffend Platz zu informieren. Sie entschuldigen sich wegen der misslungenen Reservation und bitten uns aber Umzuparken, kein Problem. Was uns nicht ganz glücklich macht ist, dass Lorraine uns mitteilt, dass wir nur bis Donnerstag bleiben können da Sie 10 zusätzliche Schiffe erwarten. Wir überlegen uns, ob wir gleich in einem anderen Hafen segeln, da der Wetterbericht viel Wind von Süden prophezeit und dies die ganze Woche. Schlussendlich sagt Sie, wir sollen am Dienstag nochmals nachfragen, dann sei der Manager da und meistens geht es schon irgendwie. Das passt! Dann gemütlich zurück aufs Schiff. Duschen, Cachana aufräumen, kleiner Spaziergang am Hafen. Uns gefällt’s hier. Gleich neben der Marina hat es ein grosses Becken, mit vielen Fischerbooten, kleine und grössere, der Fischerhafen.

Das gibt eine schöne natürliche Atmosphäre welche wir immer sehr geniessen. Dann Spaziergang durch’s Dorf, sehr touristisch. Wir hören alle möglichen Sprachen. Am Schluss finden wir doch noch einen Stehplatz und geniessen ein paar feine Austern zum Lunch.

Auch in unserem Becken ist heftig Betrieb. Da werden Schiffe eins um’s andere durch den Kran gehoben. Das Unterwasser (unterer Teil des Schiffsrumpf) wird gereinigt und und das Boot wird wieder ins Wasser gelassen. Heute Nachmittag und auch am Sonntag sind Regatten vorgesehen und viele machen mit. Gegen Abend wird es aber wieder richtig kalt und wir schalten unsere Diesel Heizung ein. Oh vom Auspuff her qualmt es heftig . Da der Rauch nicht aufhört stellen wir die Heizung ab. Google und Chatgpt, sowie die Bedienungsanleitung werden studiert. Sieht nicht so gut aus! Besonders da es scheinbar die Herstellerfirma nicht mehr gibt. E-Mail+Tel. Nr. nicht mehr gültig! Wir entscheiden uns für weitere Abklärungen bis am Montag zu warten.

Am Abend geniessen wir feine Krabbenscheren, anschliessend ein paar Scallops

und zum Schluss ein wenig Käse! Was will man mehr.
Sonntag morgen ein kleiner Spaziergang zum Leuchtturm.


Dann überprüft der Skip die elektrischen Anschlüsse des Dampferlichts, welche leider defekt sind. Das Dampferlicht, ein weisses Licht, welches nach vorne strahlt, muss bei Nacht unter Motor eingeschaltet werden. Es nützt alles nichts, der Fehler muss an der Lampe selber liegen, vielleicht die Birne defekt? Gleich wird die Skiperin den Mast erklimmen, nicht ohne grosse Hilfe des Skips, neehh eigentlich nur mit Winsch und Muskelkraft des Skips :-)). Die Lampe wird geöffnet um die Birne heraus zu nehmen.

So hoffen wir, die gleiche kaufen zu können.
Montag morgen machen wir uns auf den Weg.

Wir möchten auf dem Cliffway, die Halbinsel umwandern ca. 13km. Wunderschöner Weg über den Klippen.



Gegen 13.00 Uhr trudeln wir in Howth ein und geniessen ein paar Austern. Anschliessend zum Ausrüster und wir werden fündig. Bei der Cachana angekommen, es regnet noch nicht. Also Susanne rauf auf den Mast.

Sie montiert die Glühbirne, schnell erfolgreich getestet und wieder runter, es beginnt zu tröpfeln. Es werden noch einige Abklärungen geführt und bestätigt unsere Vermutung, dass die Fa. unserer Dieselheizung nicht mehr existiert. Somit wird es schwierig werden das Gerät zu reparieren/reinigen, da beim zusammenbauen dringend neue Dichtungen verwendet werden müssen. Ansonsten ist die Gefahr, dass Kohlenmonoxid mit der Warmluft im Kabinenraum eindringt. Zum Glück haben wir noch den kleinen Heizlüfter, welchen wir mit Landstrom betreiben können. Wir hatten in letzter Zeit das Gefühl beim Betreiben der Heizung, einen undefinierbaren Geruch wahrzunehmen. Heute Abend ist es kalt, stürmisch mit Regenschauer. Das passende Wetter für ein Raclette. Mmh fein!!! Aber…. Eine Kerze des Raclette Öfchens von Susanne hat kein Power mehr und es wird gleich mit einer neuen Kerze ersetzt. Die neue Kerze brennt richtig stark mit grosser Flamme, es zischt und tut. Susanne’s Käse schmilzt in kürzester Zeit! Plötzlich die Erkenntnis, könnte es sein, dass es zu heiss ist für unseren Tisch? Susanne hält die Hand unter den Tisch und meint sehr warm!! Wir löschen die Kerzen des Öfchens und platzieren es weg. Da ist bei der Crew, schon Frust aufgekommen!! Obwohl wir ein doppeltes Handtuch unter die Ofen plaziert haben lässt sich das Malheur nicht von der Hand weisen.

Am nächsten Morgen will Susanne waschen und Chérif räumt die Backskiste aus. Rettungsinsel, Grill, Gasflaschen, etc. Der Skip versucht sich an der Heizung, welche demontiert werden muss. Ziemlich eng in der Backskiste aber er passt immer noch rein…..

Endlich ausgebaut wird die Heizung auseinandergenommen, so dass der Glühstift gereinigt werden kann. Der Skip möchte die Brennkammer reinigen und hat sie bereits leicht geöffnet.


Er bemerkt jedoch, dass es mit der Dichtung nicht gut kommt. Also alles wieder zusammen- und einbauen ( es liegen auch keine losen Teile herum):-)), Dieselleitung entlüften. Fertig! Falls die Heizung anspringt wäre die Idee, die Heizung unter Volllast 1 Std. laufen lassen, damit Russpartikel verbrennen können. Beim 2. Versuch springt sie an. Freude kommt auf! Noch ein Blick nach hinten, ohhh nein , da kommt ein massiv grau/ weisser Rauch aus dem Auspuff.

Die Leute schauen alle etwas erstaunt, wir liegen ja am Hauptsteg, sagen aber nichts und gehen weiter. Wir müssen auch im Innern die Fenster öffnen, da es wieder so riecht! Susanne montiert die Mob1, Seenot-Sender in die Schwimmwesten, die wir gestern mit viel Mühe und Geduld programmiert haben. Der Versuch wurde schon vor längerer Zeit schon mal gemacht, ist dann wegen Nervenverlust vom Skip aufgegeben worden. Jetzt hat alles geklappt. Zurück zur Heizung nach etwa 40 Minuten unter Vollast, wird der Qualm etwas weniger. Nach der Stunde ist kein Rauch mehr vorhanden. Wir hoffen! Am Abend sitzen wir im Bauch der Cachana und machen nochmals einen Test mit der Heizung. Sie springt ohne Probleme an, aber gleich kommt wieder dieser Geruch, wir stellen ab. Wir halten Rücksprache mit unserem Freund Markus, er fährt morgen zur Despina. Er meint die Gerüche könnten immer noch von schlecht verbrannten Russresten stammen, ob wir nicht ein Kohlenmonoxid Messgerät auf der Cachana haben. Leider nein, must have :-))
Mittwoch morgen gehen wir zum Ausrüster und erkunden uns ob sie Kohlenmonoxid Messgeräte im Sortiment haben. Er nickt, wir kaufen gleich 2, für jede Koje eine und schlendern weiter zum Bahnhof. Wir wollen den Tag in Dublin verbringen. Nach 30 min. Fahrzeit mit der Dart kommen wir in der Hauptstadt der Insel an. Wir spazieren durch Dublin und viele schöne Erinnerungen kommen auf.

Wir waren ja schon vor 2 Jahren hier! Wir lassen uns treiben!



Doch nicht ganz. Vor 2 Jahren haben wir in Belfast in einer Bar einen Whisky genossen, der uns beiden sehr, sehr geschmeckt hat, aber schwer erhältlich ist. In Dublin sind wir dann in einem von vielen Whiskeyläden fündig geworden. Nach studieren von Googlemaps finden wir das Geschäft ohne Probleme, scheint Eindruck gemacht zu haben. Es hat auch den Dunville’s Whisky, aber leider nur die ganz alten, welche viel zu schwerwiegend für unser Portemonnaie wären. Der Verkäufer meint voller Verständnis es sei auch für Ihn schwierig an diesen Whysky zu kommen. Er liebe ihn und hat zu Hause auch nur noch wenig in der Flasche und er geniesse ihn zu ganz speziellen Anlässen. Wir spazieren weiter durch die Fussgängerzone, derjenigen die Pub um Pubs hat. Wir sehen eine Anzeigetafel Whisky Shop wir gehen rein ist aber ein Pub mit viel Whisky. Wir fragen ob Sie mit Whisky handeln. Of Course! Aber leider hat er ihn auch nicht. Er gibt uns einen Tip in der Nebenstrasse hat es ebenfalls ein Pub, welcher noch eine grössere Auswahl hat! Vielleicht…. Wir laufen zum Pub und siehe da! Sie haben ihn und wir kaufen gleich 2 Flaschen. Wir erhalten dazu 2 reichlich gefüllte Gläser und wir geniessen.

Gegen Abend sind wir auf dem Rückweg zum Bahnhof, nicht ohne in 2 Pubs mit Livemusik einzukehren. ( Es gibt auch alkoholfreies Cider ) :-))
Donnerstag morgen werden die CO Messgeräte eingebaut. Anschliessend wird die Dieselheizung eingeschaltet wieder auf Volllast. Es kommt kein sichtbarer Rauch aus dem Auspuff! Die Geruchsentwicklung fast keine mehr! Der Alarm unserer Geräte bleibt aus. Wir freuen uns sehr. Obwohl wir hoffen, dass wir die Heizung nicht mehr viel brauchen werden, da die Wetterprognosen für nächste Zeit schönes, warmes Wetter prophezeit. Was umso schöner ist. Wir möchten Kuchenbude, Sprayhood und noch ein paar andere Sachen entschimmeln. Es ist trocken und die Sonne scheint, also los. Da wir einen hellen Stoff haben müssen wir ihn vorbehandeln. Anschliessend das Schimmelmittel auftragen, alles mit Handschuhen und Atemmasken. 30 min. später gründlich spülen. Jetzt muss es komplett trocknen bis wir mit dem Imprägnieren beginnen können. Wir planen das für morgen Freitag ein, soll sonnig werden. Heute Abend haben wir im Restaurant Mamò reserviert welches ausgezeichnet sein soll. Klein aber fein und wirklich sehr lecker wir verbringen einen wunderschönen Abend.


Heute wird imprägniert, Blog geschrieben und eingekauft. Morgen gehts weiter Richtung Süden.

Bis bald herzlichst Cachanieros









































































































































































































