14.Juni Der Wecker geht pünktlich 3.45 Uhr los und dies an einem Sonntag! Ist noch ziemlich dunkel draussen! Zuerst Café, dann uns und die Cachana bereit machen. Auch die Toilettenschlüssel zum Hafenmeister bringen, wird nicht vergessen. 4.02 Uhr wird die letzte Leine gelöst. Es ist bereits so hell, dass wir gute Sicht haben. Wir fahren durch das geöffnete Schleusentor von Padstow. Fahren weiter unter Motor, den knapp 2sm langen Wasserweg raus. Im Moment noch wenig Wind.

Darum brummt der Motor. Nicht lange gehts, der Wind steigt stetig. Motor weg, Segel rauf und wir segeln mit 6-7kn. Wunderbar, bald sind wir bei 8kn angelangt, der Strom schiebt mit! Wir sind schneller in der Nähe vom Cap Cornwall als gedacht!

Plötzlich fällt der Wind von 15kn auf 8kn, ein paar Minuten später schäumendes Wasser bis zu 25kn. Das Grosssegel erhält direkt das 2. Reff. Kaum gerefft werden es 30kn, auch die Genua wird eingerefft. Als das Windlog bei 35kn angelangt ist, wird das 3. Reff eingezogen. Beim ziehen hören wir zuerst einen kleinen Knall und was reissen! Shit…. irgendwie hat sich das Ende der Segellatte mit der Reffleine verhakt. Durch das ziehen hat es den Lazybag verrissen!! (Aufbewahrungstasche für das Grosssegel, welches am Grossbaum festgemacht ist) und der Knall vielleicht ist die Segellatte gebrochen? Schliesslich wird die Genua komplett eingerollt. Wir fahren immer noch mit fast 8kn. Es schäumt und sprudelt um uns herum.

Die starken Böen mit Gezeitenstrom sind faszinierend! Um das Kap herum können wir wieder die Genua etwas öffnen. Wir sind schnell unterwegs und sind früher am Kap als gedacht. Somit haben wir immer noch Mitstrom und umfahren das Verkehrstrenngebiet. Nach 78sm sind wir in Hugh Town Scilly’s, fast 3 Std. früher als gedacht, angekommen.


Wir suchen eine gelbe, freie Gästeboje! Leider keine mehr frei! In der äusseren Bucht liegen andere Segler unter Anker. Auch wir setzen den Anker, welcher auch gleich hält. Good News, die Segellatte ist ganz! Wir liegen ruhig. Aber die Vorhersagen meinen, dass der Wind Abends wohl zurückgeht, jedoch am frühen Morgen von Südost auf Westen dreht. Gegen Westen ist die Bucht offen, könnte etwas unangenehm werden. Jetzt sind Anne und Bernhard mit der Bass Rock auch angekommen und versuchen zu ankern. Dieser will partout nicht halten. Nach vergeblichen diversen versuchten Ankermanövern an verschiedenen Orten fahren Sie nochmals in’s Bojenfeld. Siehe da, ein Segelschiff hat abgelegt, der wahrscheinlich eine Nachtfahrt nach Irland macht. Sie schnappen sich die Boje, wir sind froh für Sie. Wir erfahren später, dass Sie festgestellt haben, dass Ihr Anker aus einem unbekannten Grund verbogen ist und desshalb nicht greift. Da wir früher hier sind haben wir noch Zeit und Musse zum grillieren.

Der Grill wird montiert, gekocht und fein gegessen.

Anschliessend fallen wir K.O. in die Koje. 2-3 Stunden später fängt die Cachana an zu tanzen links und rechts, auf und ab! Morgens stehen wir ziemlich zerknittert auf und wir sehen eine freie Boje! Wir ziehen uns an, trinken noch einen Café und schnappen uns die Boje. Ca. 9.00Uhr kommt der junge Hafenmeister mit Schlauchboot vorbei und kassiert die Gebühren für die nächsten 2 Nächte. Die erhaltene Schokolade wird gleich freudenstrahlend vertilgt. Wir blasen unser Reesi (Dingi) zum ersten Mal in dieser Saison auf. Sind gespannt ob der Motor noch will! Glücklicherweise hat er Lust! Wir fahren zur Hafenmole und gehen an Land. Wir möchten heute mit der Fähre zur Insel Tresco. 14.15 Uhr fährt die Fähre, genug Zeit um das Städtchen Hugh Town zu erkunden und etwas zu Essen. Bald finden wir ein Pub mit Terrasse und Blick auf See.

Mit gefülltem Bauch spazieren wir zum Landesteg und fahren mit der kleinen Fähre nach Tresco.

Wir wollen durch den Abbey Garden spazieren. Der Abbey Garden, ist ein botanischer Garten, der um die Ruinen einer 12. Jahrhundert Abtei angelegt wurde. Er wurde 1834 eröffnet und beherbergt eine beeindruckende Sammlung exotischer Pflanzen aus mediterranen und subtropischen Regionen.



Dank des milderen Klimas gedeihen hier zahlreiche Arten, darunter Palmen, Kakteen und Proteas . Der Garten bietet malerische Wege, Teiche und herrliche Meerblicke. Wunderschön, wir haben eher das Gefühl, dass wir in Südspanien sind, einzig die Sonne fehlt!

Zurück zum Schiff geniessen wir ein wenig Käse und Wurst. Die letzten 2 Nächte hatten wir wenig Schlaf, ob es heute besser wird? Ein bisschen aber nur ein bisschen! Irgendwann begann wieder die Schaukelei. Der Wind pfeifft im Rigg. Dienstag Morgen fühlen wir uns wie geschüttelt und gerührt! Hatten wir das nicht schon mal vor 2 Jahren in Westirland??? Gleich steigen wir ins Reesi und fahren an Land. Wir möchten die kleine Halbinsel von Hugh Town mit ihrer Befestigung umwandern. Schöne Wanderung, die Castell Artige mit den ausgestellten Kanonen sind beeindruckend .


Dann noch ein Spaziergang durch Hugh Town.

Wir fahren mit dem Reesi wieder zur Cachana. Unterwegs sehen wir zum ersten Mal in dieser Saison ein Schweizer Schiff. Klar, wir fahren hin und lernen den netten Jean-Pierre kennen. Quatschen eine Weile, und tauschen unsere Kontaktdaten aus. Er hat sein Schiff seit 3 Jahren in Cherbourg. Vielleicht auch eine Möglichkeit für uns. Mal sehen. Am Abend gibt’s ein feines Raclette

und wir legen uns hundemüde in die Koje. Der Wind hat abgegeben, die Cachana schaukelt immer noch. Mittwoch Morgen “No comments!” Es ist wie gehabt grau und neblig.

Wir nehmen die Fähre nach Saint Agnes. Spazieren über den Tombolo und wandern um die Insel Gugh.


Es gefällt uns sehr.

Manchmal guckt die Sonne durch die Wolken, der Nebel verzieht sich.

Ursula und Alex haben uns eine kleine Gaststätte, mit vielen Meeres Leckereien empfohlen, sowie dem naheliegenden Kiosk der selbstgemachte Isch Cräm (Berndütsch) verkauft. Angekommen erfahren wir, dass der Gaststättenbetreiber auf bitte der Freundin wieder zurück auf die grosse Insel gezogen ist. Wer kann Ihm/Ihr dies verdenken, ist nicht jedermann/Frau Sache auf einer Insel mit 7 Einwohner zu leben!!! Dann doch äs Isch Cräm zum Zmittag, sehr lecker!

Jetzt frisch gestärkt umwandern wir noch die grössere Insel St Agnes!

Zurück mit der Fähre. 17.00 Uhr treffen wir Anne und Bernhard im Pub. Wir tauschen unsere Erlebnisse aus. Anne und Bernhard bleiben noch auf den Scilly’s! Sie erwarten am Freitag Ihren neu bestellten Anker! Wir verabschieden uns und fahren mit dem Reesi zur Cachana. Das Dingi wird gleich gereinigt und verpackt. Wir machen soweit es geht alles bereit, damit wir Morgen 7.30 Uhr ablegen können. Zum Nachtessen gibt es feine Pasta mit Knobli, Salbei und etwas Olivenöl sehr fein. Morgens stehen wir um 6.45 Uhr auf. Das Schaukeln war nicht mehr so extrem aber doch so, dass wir nur mässig geschlafen haben. Heute Donnerstag möchten wir nach Newlyn Harbour (dem grössten Fischereihafen in England), welcher an der westlichen Südküste liegt. Der Wetterbericht meldet ideale Wind Bedingungen, nur leider ist auch viel Nebel angesagt! Aber mit AIS und Radar haben wir ein gutes Gefühl! Wir schaffen die Ausfahrt der Scilly Insel im dichten Nebel ohne Probleme.

Der Nebel weicht uns nicht von der Seite. Teilweise wenig Auflockerungen, aber kaum denken wir an die Sonnenbrille, zieht der dichte Nebel wieder auf. Auf dem Weg begleitet uns eine Delphin Familie. :-))

Immer wieder wunderschön. Angekommen funken wir die Marina an und erhalten zu unserer Freude einen Liegeplatz. Da es ja ein grosser Fischereihafen ist, hat es nicht viele Gästeplätze. Wir sind erstaunt über die Grösse und die vielen Fischerboote hier.

Richtig spannend, man kann draussen sitzen und einfach nur zuschauen. Nicht lange geht’s und wir kaufen vom Fischer 2 grosse Loobster für je 10£, die gleich im Topf landen.

Wir freuen uns bereits auf das morgige Mittagessen. Heute Abend haben wir im Casa Tapa Newlyn reserviert, das von vielen verschiedenen Gästen in den höchsten Tönen gelobt worden ist. Wir sind nicht ganz der Meinung aber es war OK. Auf dem Schiff noch einen kleinen Absacker (Whisky) und richtig müde in die Koje. Heute Morgen aufgewacht. Wow!! Nach 4 Nächten mit wenig oder schlechtem Schlaf haben wir durchgeschlafen. Das tut so gut! Es gefällt uns hier.

Wir bleiben noch eine Nacht. Heute machen wir die Cachana bereit für den lieben Besuch. Am Samstag fahren wir nach Falmouth und werden Ursi und Franz empfangen. Auch möchten wir Anfang’s Juli nach Hause fahren. Wir haben bereits nach diversen Häfen Ausschau gehalten, die nicht trockenfallen, gut geschützt und eine gute Verkehrsanbindung bieten. Platz sollten sie auch noch haben! Nicht ganz einfach in der Hochsaison. Leider melden die Wetterprognosen untypischer Weise für die nächste Zeit Winde aus Ost. Und unsere Hauptrichtung ist nun mal Ost. Wir mögen keinen Stress und entscheiden, dass wir die Cachana in der nicht weit entfernen Plymouth Marina lassen werden. Wir bestätigen die Offerte und bezahlen die gesalzene Rechnung. Bald gibt’s Loobster!!!

Und es war so fein…….! So fein, dass wir uns vornehmen am Nachmittag noch einmal zu kaufen! So können wir morgen Ursi und Franz eine Freude bereiten. Wir müssen noch ein paar Einkäufe erledigen. Wir hoffen einen Fischer zu treffen um nochmals die feinen Tierchen zu ergattern. Die Einkäufe sind erledigt! Aber kein Fischer in Sicht. So viele Fischerboote aber keine Schiffe sind heute raus oder rein. Na dann halt nicht!! Am Abend ein bisschen Käse und kaltes Fleisch mit Rotwein immer wieder fein. Samstag früh morgens hören wir die Fischerboote eins ums andere hinausfahren. Schade, dass wir heute gehen . 7.30 Uhr Leinen los und wir nutzen die Strömung.

Heute kein Wind, der Motor brummt. Der Skip hat den Kurs nahe an’s Kap Lizard geführt. In Absprache mit der Bordfrau sind beide der Meinung, bei diesem ruhigen Wetter sollte es kein Problem sein. FALSCH GEDACHT!!!!! Als wir in die Nähe des Kaps kommen, fängt die Cachana zu tanzen an, richtig unangenehm. Schnell wird ein Kurswechsel ausgeführt und wir fahren mit mehr Abstand um das Kap. Eine Delphin Familie begleitet uns.

Um 13.00 Uhr machen wir in Falmouth fest. Wir senden an Ursi und Franz den Standort und bald begrüssen wir Sie freudig auf der Cachana.

Bis bald tschüss! Cachanieros