Moni und Joëlle zu Besuch in Norwegen

Meine Anreise nach Bergen stellte sich schwieriger heraus als gedacht. Das Flugzeug will und will nicht in Zürich ankommen. Mit zwei Stunden Verspätung geht es dann aber doch endlich los. Ich kann es kaum erwarten. In Bergen angekommen richte ich mich zuerst in meinem Hotel ein, bevor ich das Städtchen noch ein bisschen erkunde. Bald bin ich jedoch zu müde und mache mich auf den Heimweg.

Am nächsten Tag stehe ich beizeiten auf. Es stellt sich heraus, dass dies definitiv nicht mein Morgen ist. Das Frühstück, welches im Hotel an die Zimmertür gehängt wird, wurde mir gestohlen. Ok, denke ich mir, was solls. Ich will mir daher wenigstens einen Kaffee im Starbucks holen. Gesagt, getan. Ich spaziere mit meinem gesamten Gepäck in den Starbucks, nur damit die Angestellte mir sagen kann, dass die Kaffeemaschine gerade ausgestiegen sei und es deshalb keinen Kaffee gäbe. Naja ok, dann halt keinen Kaffee. Mit Hilfe von verschiedenen Norwegern mache ich mich auf den Weg in Richtung Hafen. Nach 15 Minuten angekommen, sehe ich jedoch weit und breit keine Fähre. Ich erkenne bald, dass ich im falschen Hafen bin. Weiter frage ich mich durch und werde in den nächsten Hafen gelotst. Hier stehen drei riesige Kreuzfahrschiffe, doch von einer kleinen Schnellfähre keine Spur. Langsam wird die Zeit knapp. Ein Hafenarbeiter schickt mich weiter in den nächsten Hafen. Nun nicht mehr Gehen sondern Rennen lautet die Devise. Zwei Minuten vor Abfahrt finde ich dann endlich die richtige Fähre. Nach zwei tollen Stunden auf der Fähre, die mit über 30 Knoten übers Wasser fliegt komme ich in Rosendal an, wo mich Mami und Papi bereits erwarten. Ich freue mich riesig sie endlich wieder zu sehen. Wir entscheiden, dass wir den Tag noch in Rosendal bleiben werden und dann Richtung Bergen fahren würden.

Am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg. 23 Meilen in Richtung Norden. Durch eine tolle Schlucht fahren wir in eine kleine Bucht mit einer neuen Steganlage. Wir entschliessen uns, die kleine Insel zu erkunden. Auf dem Spaziergang stellen wir fest, dass die kleine Insel eigentlich nur aus Bunkern besteht.

Die kleine Bunkerinsel

Wieder zurück beim Schiff macht Papa den Grill bereit. Während wir auf die Holzkohle warten werfen wir die Angel aus. Ich möchte es auch versuchen. Papa wirft die Angel aus und übergibt sie mir dann. Kurz darauf bricht die Aufregung aus. Ich habe tatsächlich einen Fisch an der Angel. Damit hätte ich nie gerechnet. Wild gestikulierend und nicht ganz leise mache ich auf mich aufmerksam und Papa und Mama eilen mir sofort zu Hilfe. Papa zieht den Fisch auch wirklich aus dem Wasser. Und Mami gibt ihm dann den Rest. Kurze Zeit später befindet er sich bereits auf dem Grill und wir geniessen die super feine Makrele als Vorspeise. Der restliche Abend verläuft friedlich, wir grillieren und geniessen die gemeinsame Zeit.

Heute geht es nun wirklich nach Bergen, da morgen Moni ankommen wird. Wir freuen uns auf sie. Wir haben super Wind, aber leider voll auf die Nase. Deshalb kreuzen wir auf und geniessen die Fahrt. In einer kleinen Bucht werfen wir den Anker raus und essen ein feines Mittagessen. Dann geht es weiter in Richtung Bergen.

Bryggen, Bergen

Dort angekommen bemerken wir, dass hier der Bär los ist. Am Abend findet hier ein Festival statt, welches wir aber nicht besuchen. Dafür gehen wir in’s Olivia zum Abendessen und geniessen das italienische Essen. Mami genoss ebenfalls eine super feine glutenfreie Pizza.

Nach einer kurzen Nacht in der Schweiz und einem Stopp im Duty-Free um den gewünschten Jägermeister zu besorgen, kommt Moni am Mittwoch in Bergen an. Am Fischmarkt in Empfang genommen, gehen wir kurz darauf einkaufen um unsere Vorräte wieder aufzustocken. Nach einem Willkommens-Frühstück teilen wir uns auf. Während dem Mami dem örtlichen Zahnarzt einen Besuch abstattet und Papi sich auf die Suche nach einer lang ersehnten Karte mit netten Buchten und Anlegestegen macht, entdecken Moni und ich Bergen und erledigen gleichzeitig die letzten Besorgungen. Erfolgreich treffen wir uns alle auf der Cachana wieder, wo wir um halb fünf ablegen um nach Norden zu segeln. An einem süssen Steg kurz festgemacht, müssen wir feststellen, dass das Wasser zu flach ist. Kurzerhand entscheiden wir uns um und werfen den Anker in derselben Bucht nahe HÁØYNA aus. Zum Abendessen wirft Papi den Grill an, diesmal leider ohne frischgefangenen Fisch.

 

Papi und ich

Am Donnerstag stehen wir mit schönem Wetter auf, das uns auch für den Rest des Tages erhalten bleibt. Bald schon lichten wir den Anker und segeln weiter Richtung Norden. Durch eine enge Passage erreichen wir eine kleine Bucht, in der wir an einer Boje festmachen. Um heute mit frischem Fisch aufwarten zu können, machen wir (Papi, Moni und ich) auf den Weg um mit Resi einen Erfolg verbuchen zu können.

Nächster Versuch einen Fisch zu fangen

Leider stellt sich auch dieses Verfahren als sehr schwierig heraus und nach einer Stunde müssen wir leider aufgeben. Auch dieser Tag bleibt also ohne frischen Fisch, wie auch die nächsten Tage, die kommen sollten. Dennoch lassen wir uns davon den Grill zum Abendessen nicht vermiesen.

Nachdem es an diesem Abend relativ spät wird, stehen wir am nächsten Tag erst um halb zwölf auf à REKORD!!! Leider bei Regen legen wir ab und motoren in Richtung Fedje. Glücklicherweise kommen wir da bereits am frühen Nachmittag an. Im kleinen Hafen herrschte reger Betrieb. Nicht nur die Fähre, welche alle 30 Minuten kam und eine fast unglaubliche Menge an Autos losliess, auch diverse Motorboote sammelten sich an diesem Nachmittag in Fedje. Auch die Menschen im Hafen scheinen voll beschäftigt zu sein. Bald darauf finden wir heraus, dass am Abend die Party des Jahres steigen soll, Fischwettbewerb am kommenden Tag inklusive. Von der Party bekommen wir am Abend aber nicht sehr viel mit. Nach einem schönen Spaziergang rund um die Insel kehren wir mit einer kleinen Elektrofähre zum Hafen zurück. Dort entschliessen wir uns Lasagne zu machen und geniessen diese in vollen Zügen.

Gemeinsames Frühstück

Bereits kurz nach dem Aufstehen legen wir los. Zuerst noch ein kurzes Stückchen in Richtung Norden, dann weiter in Richtung Süden. Eine wunderschöne Passage zwischen Inseln hindurch bringt uns zu einer kleinen Steganlage, an welcher wir festmachen und von einer deutsch-norwegischen Familie in Empfang genommen werden. Ein kurzer Spaziergang über Graswege liess uns kurzfristig in eine verzauberte Welt voller Zwerge und Trolle eintauchen. Wieder zurück auf der Cachana genossen wir unseren Ankunftsdrink. Gleichzeitig kam eine Bande laut grölender, bereits gut bedienter Teenies an den Steg. Für Unterhaltung war gesorgt J. Glücklicherweise ging ihnen der Alkohol bald aus und unserem gemütlichen und ruhigen Abend stand nichts mehr im Weg.

Der Plan für diesen Tag war an diesem schönen Ort zu bleiben, doch der Wind machte uns einen Strich durch die Rechnung. Er drehte um 180 Grad und drückte uns nun voll auf den Steg. Also doch Leinen los. Zuerst geniessen wir aber ein feines Rührei zum Frühstück. Während dem beobachten wir den erfolgreichen Fischfang einer norwegischen Familie. Unsere Versuche blieben dabei aber erfolglos… Irgendwas läuft da schief. Um 16.00 Uhr ging es dann aber los zu einem Ankerplatz nicht weit entfernt. Es stellte sich aber heraus, dass dieser sich mitten in einem kleinen Hafen befand. Etwas unsicher dümpelten wir vor uns hin, bis ein Mann auf einer riesigen Motoryacht winkte und uns klarmachte, dass wir an seinem privaten Steg anlegen dürfen. Zum Abendessen gab es dann ein Raclette. Kaum fertig gespiesen, besuchte uns der Besitzer der Insel. Bei ein paar Gläser Rotwein gab er uns ein paar Tipps für die kommenden Tage und lud uns danach auf ein Bier in seinem Pub auf der Insel ein. Während des Verlassens des Schiffes erwähnt er, wie interessant es war unser kleines Schiff zu besuchen. Dies kenne er so überhaupt nicht. Er erzählte uns viel von seinen Plänen für die Insel, auf der er ein Restaurant eröffnen möchte. Es ist wirklich ein wunderschöner Platz.

Blick über die Insel

Am nächsten Tag beschliessen wir seinen Tipps nachzugehen und entscheiden uns das „Ende der Welt“ zu besuchen. Ganz zuhinterst in einem Fjord befindet sich Mondalen, ein kleines herziges Dörfchen. Gesagt, getan. Leinen los und ab in Richtung Fjord. Kurz vor dem erwähnten Dörfchen wird der Fjord suuuuper eng, gleicht eher einem Fluss. Mit Vollgas also eigentlich knapp 6 Knoten kämpften wir gegen die Strömung an. Vorwärts kamen wir aber nur mit 1.5 Knoten à seeehr eindrücklich. Zwischen den hohen Bergen befindet sich im Tal dann wirklich das kleine Dorf und wir legen an einer kleinen Steganlage an. Nach dem Ankunftsdrink und einzelnen mal wieder erfolglosen Fischversuchen geniessen wir eine Fischsuppe zum Abendessen.

Der Fluss ans Ende der Welt

Am Dienstag geht es dann definitiv zurück in Richtung Süden. Auf einem anderen Fjordarm geniessen wir die doch etwas kühle Fahrt. Viel berichten kann ich hier nicht. Ich verbringe fast den ganzen Tag mit meinem Buch, welches ich dafür jetzt jedem empfehlen kann J. Am Abend legen wir erneut in einem kleinen Dörfchen an und geniessen den zweitletzten Abend.

Moni, Mami und Papi

Nun ist bereits der letzte Tag angebrochen. Wir entscheiden uns, dass wir zurück in die Bucht fahren, in welcher wir bereits die erste Nacht verbracht haben. Die Überfahrt geht mindestens doppelt so lang wie gedacht. Durch die starke Strömung, den Gegenwind und die Wellen kämpft sich die Cachana Meile für Meile in Richtung Ziel. Ziemlich müde kommen wir dann in der kleinen Bucht an. Zum Abendessen gibt es Pasta und Rahmgeschnetzeltes. Suuuuuuper fein!!! <3 Der letzten Nacht versuchen wir längst möglich aus dem Weg zu gehen und spielen deshalb noch bis um halb zwei Rummikub. Doch irgendwann überkommt uns die Müdigkeit und wir beschliessen doch ins Bett zu gehen.

Diesen Morgen stehen wir verhältnismässig früh auf. Bald heisst es los in Richtung Bergen. Hier festgemacht müssen Moni und ich auch bereits unsere Koffer packen. Während dem gehen Mami und Papi einkaufen, damit wir noch ein letztes gemeinsames Frühstück geniessen können. Nun heisst es auch schon Abschied nehmen. Die Zeit ging viel zu schnell vorbei und das „Auf Wiedersehen“ sagen fällt sehr schwer. Wir freuen uns aber jetzt schon auf die kommenden Jahre und hoffen, dann erneut auf der Cachana Zeit verbringen zu können.

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