Reisebericht von Sandra und Michi

Reiseberich von Sandra und Michi 6. – 13. Juli 2022

Endlich, drei Jahre seit dem letzten Mal und nach Corona ist es wieder soweit. Wir dürfen ein paar Tage mit Susanne und Chérif auf grosse Fahrt. Kurz vor unserer Abreise meldete sich Chérif und gab uns den Treffpunkt Rostock durch. Also husch, husch die Reise geplant, den Flug nach Hamburg gebucht und bei der Deutschen Bahn den Fahrplan studiert. Um 07.20 ging der Flug von Zürich nach Hamburg. Dank vorabend Check-In klappte es auch mit unserem Gepäck. Wie beiliegendes Bild zeigt ist dies nicht selbstverständlich.

gestrandetes Gepäck

Wir Schweizer schätzen unsere SBB viel zu wenig. Denn das erste was der Tourist in Hamburg erfährt ist, dass der gewünschte Zug 10.21 von Hamburg nach Rostock ausfällt. Also Zeit für einen Kaffee und dann die nächste Chance den IC um 12.40 genommen. Alles soweit gut, unser Abteil war leer, bis eine Mutter mit Ihrem Sohn uns von unseren Plätzen verjagte, da sie reservierte Plätze hätte. Und gleichzeitig vehement uns aufforderte, endlich Masken zu tragen. Nun gut. Typisch schweizerisch wechselt man das Abteil, was gut war. Denn so hatten wir ein Abteil für uns alleine.

In Rostock angekommen informierte uns Chérif, dass wir ein 9-Euro Ticket kaufen sollten. Denn das Nachtessen (6 Gänge bei Frank) sei bereits reserviert und das Ticket bräuchten wir um nach Warnemünde zu kommen und abends zurück nach Rostock und wieder zum Schiff. Wie sich jeder, der Susanne und Chérif kennt, vorstellen kann, war das Nachtessen der Hammer. Im kleinen familiären Rahmen, mehr oder weniger extra für uns geöffnet, genossen wir ein Feinschmeckermenü.

Begrüssung auf der Cachana
Robbenforschungszentrum in Warnemünde
Beim Znacht :-)) im «Albert und Emilie» in Rostock

Donnerstag, Abfahrt nach Barhöft. Ein kleiner Hafen auf Rügen. Der Hafen ist wunderschön mit Shop, Hotel und Nationalpark. Jederzeit ein Besuch wert.

Das einzige Problem. Die Müüücken. Wir konnten trotz Insektenspray und Nahkampftaktik die «Viecher» nicht unter Kontrolle halten. Aufgrund des Windes, Wetters und dem Muss, am Mittwoch in Bornholm zu sein, entschlossen wir uns am Freitag nach Stralsund zu fahren. Dies nicht ohne Besuch im Nationalparkzenter, welches manch Interessantes über die Küstenlandschaft und Barhöft bekannt gab.

Ausblick vom Aussichtsturm im Park Barhöft

Bei sehr starkem Wind gelang Chérif ein 1a Anlegemanöver am Nachmittag in Stralsund. Nach dem obligaten Welcome Drink ging es zum Zentrum und ins Touristbüro.

Kurzentschlossen buchten wir Karten für die Störtebeker Freilichtfestspiele in Ralswiek. Durch diesen Entscheid war die nächste Etappe bereits klar und die Planung für den Rest unserer Woche vorgegeben. Aber alles der Reihe nach. Am Freitag in der Früh legten wir ab nach Ralswiek.

Stralsund

Der Törn war mit rund 45 Meilen recht lang aber dank gutem Wind kurzweilig und sehr schön zu segeln.

Ralswiek ist ein kleiner idyllischer Hafen mit kleinem Dörfchen, Hotels, Restaurants und einer professionell gebauten Freilichtbühne.

Da wir nicht viel Hunger hatten und diverse Buden Essen aller Art anboten, haben wir uns entschlossen, unterwegs und vor der Vorstellung eine Wurst zu essen. Auch hier gilt. Liebe Schweizer schätzt Eure Würste. Thüringer Bratwurst tönt zwar gut, aber an eine gute Bratwurst vom Sternen kommt sie nicht heran.

Pünktlich um 20.00 Uhr beginnt die Vorstellung.

Zur Erinnerung rief die Platzsprecherin um 19.55 alle «hurtig, hurtig» auf, ihren Platz einzunehmen. Wer kennt Klaus Störtebeker nicht? Der Pirat der Ost- und Nordsee, welcher der Sage nach, sieben seiner Männer rettete indem er ohne Kopf an ihnen vorbei gelaufen ist. Die Störtebeker Festspiele finden jährlich zwischen Mai und September statt und haben fünf Teile. Im letzten wird Störtebeker geköpft. Wir haben den Teil «Bergen brennt» gesehen und nächstes Jahr kommt Teil 4, Gotland unter Feuer.

Die Aufführung ist einen Besuch wert. Pferde, Schiffe, Komparsen und ein tolles Bühnenbild sorgen dafür, dass der Abend kurzweilig und unterhaltsam ist. Und dies obwohl der Anlass mit ca. 6’000 Zuschauern durchgeführt wird.

Tag Fünf mit Chérif und Susanne führte uns an einen Ankerplatz im Norden von Rügen, östlich von Kap Arkona. Wieder war uns Wind und Wetter hold. Nur ein kurzes Stück musst der Motor gegen den Westwind ankämpfen und dann halfen gute 18 Knoten Wind und tolles Wetter, die rund 42 Meilen zu bewältigen.

Im späteren Nachmittag kamen wir am Ankerplatz an.

Zuerst war unklar ob die Stelle für die Nacht geeignet ist. Doch Petrus hatte ein Einsehen und liess den Wind einschlafen. Da aber am nächsten Tag der Törn nach Bornholm anstand, war klar, dass wir früh in die Gänge kommen mussten. 

Abfahrt um 06.20 Uhr nach Bornholm. Allen Befürchtungen zum Trotz, war der Wind wieder einmal besser und stärker als prognostiziert. Nach nur 10 Stunden waren die rund 60 Seemeilen überwunden. Und dies mit Rudertest und Kontrolle ob die Verbesserungen an der Cachana Wirkung zeigten. Unsere Skipper sind nicht ganz glücklich, stellen aber eine deutliche Verbesserung fest. Popeye hat ausgedient.

Unser vorletzter Abend mit Susanne und Chérif hat begonnen. Wir sitzen im Cockpit, geniessen unseren Drink und studieren über das Nachtessen nach.

Grillen und Gemüse ist angesagt. Wir freuen uns. Morgen gibt es einen «Ruhetag» auf Bornholm. Das Programm ist noch zu fixieren. Wir warten ab.

Abendstimmung im Hafen von Rønne

Dienstag 12. Juli. Unser letzter Tag auf der Cachana naht. Wir schlafen aus und trinken um neun Uhr unseren Kaffee und planen den Tag. Klar Schiff lautet der Auftrag von Chérif. Wasser an Bord ist der Input von Susanne. Aber alle geniessen die Dusche als Erstes. Nach der Dusche geht es los. Der Schlauch wird montiert und das Schiff von Vorne nach Hinten abgespült. Das Geschirr vom letzten Abend noch abgewaschen und nachdem alle Aufgaben erledigt sind, wandern wir nach Rønne.

Den Busbahnhof finden wir erst im zweiten Anlauf (Michi hat Google Maps auf seine Art interpretiert). Nach einem Abstecher ins Tourismusbüro und dem Kauf der Tickets geht’s mit dem Bus nach Nexø. Dort steigen wir um und fahren nach Gudhjem. Nach einer kurzen Stärkung und einer Besichtigung des Ortes geht es mit dem Bus zurück nach Rønne. Natürlich nicht ohne Besichtigung des «Hammerhus».

Nun sitzen wir auf dem Schiff, bereiten das Nachtessen vor (u.a. ganz frische Erbsen, die wir selber ausgeschält haben).  Gemeinsam geniessen wir unseren Apéro und freuen uns auf das Abendessen. Mhhh war ausgezeichnet. Lachsbrötli zur Vorspeise, Erbsen mit angeschwitzten Zwiebeln , Bratkartoffeln mit Rosmarin und Speck vom Grill. Plötzlich, Chérif sieht im Dunkeln einen Fender davon schwimmen. Jetzt kommt Hektik auf. Susanne, ohne zu Zögern zieht alle Kleider aus und springt ins Hafenbecken. Zwei, drei Züge und der Fender ist eingefangen. Eine Minute nach Sichtung des Fenders ist die Rettungsaktion vorbei. Susanne nun in einem grossen Badetuch warm eingewickelt. Wir alle lachen über das Erlebte. Nun noch kurz die Position der Cachana kontrolliert und weiter geht der gemütliche Abend.

Vollmond über Rønne

Wir sind sicher, dass dieses Erlebnis noch lange in unserer Erinnerung bleiben wird.

Leider gehen unsere Tage mit Chérif und Susanne zu Ende.

Morgen geht’s nach Kopenhagen und am Freitag erwartet uns unser Heimflug nach Zürich. Dann ist der diesjährige Segeltörn endgültig vorbei… 

Hoffen wir auf einen ähnlich schönen in naher Zukunft.

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