Honningsvåg nach Alta

Samstag, den 8. August
Imponierend, wie schnell das Wetter hier umschlagen kann! Manchmal negativ sowie natürlich auch positiv.

Honninsvåg

Der Wetterfrosch meldet ab 13.00 Uhr etwas Wind, 8-10 kn. Gegen Mittag werden die Leinen losgeworfen. Wir möchten die Nordkap Insel Magerøy durch den Sund im Süden, nach Gjesvær, ganz umrunden. Im Sund haben wir Wind bis 23 kn und dies von hinten, einfach Wunderschön.

Wir ziehen an reich bewohnten Vogelinseln vorbei. Fantastisch. Wir staunen. Sehen wir doch gefühlt tausend Puffins, Seeschwalben, Adler, Möven, Raubmöven und Renntiere an Land! Einfach nur Wow!

Gegen Abend kommen wir an und vertäuen die Cachana sturmfest, da der Starkwind in der Nacht uns erreichen wird. Der Wetterbericht stimmt hier oben ziemlich gut und so pfeifft es in der Takelage bereits in der Nacht, begleitet mit Regen. Am Sonntag verbringen wir unsere Zeit mit Schreiben, Kochen, kleinen Reparaturen und Aufräumarbeiten.

Gjesvær

Montag früh noch grau in grau und ab und zu Regen. Wir beeilen uns nicht. Hoffen wir doch den polnischen Hafenmeister zu erspähen um nochmals nach King-Crabs fragen zu können. Gegen Mittag wird der Hafenmeister aktiv gesucht! Leider nicht! So beginnen wir langsam Klar Schiff zu machen. Kurz vor dem Ablegen kommt der Hafenmeister. Somit starten wir mit 2,1 kg King-Crabs und einem grossem Lächeln im Gesicht.
Wir müssen gegen steile Wellen und 20 kn Wind aus der Bucht raus.

Wir kreuzen zu den 12 sm entfernten Østervågen auf. Schnell sind wir dort. Am vorderen Steg kein Platz und hinten rum zu wenig Raum zum manövrieren und Tiefe unbekannt. Somit wieder raus und nochmals 10 sm aufkreuzen nach Havøysund. Klar zum Znacht gibts King-Crabs.

Dienstag Morgen noch eine Besichtigung von Havøysund, ein paar Einkäufe und weiter gehts. Aus dem Sund heraus gibt es einen Ort, welcher in unserer Karte als guter Fischgrund gekennzeichnet ist. Also wird angehalten, Angel raus! Der Skip im Glück. Zum ersten mal ist ein Plattfisch ein sogenannter „Skrubbe“ an der Angel. Yeahh!!! Freude an Bord!

Weiter geht’s zu einem Ankerplatz auf der Insel Rolvsøy, leider alles unter Motor, kaum zu glauben, wir haben eine ölige (spiegelglatte) See. Kurz vor der Bucht wirft Susanne die Angel und promt einen schönen Dorsch herein geholt. In der wunderschönen Bucht wird der Anker eingefahren. Fische werden geputzt und in den Kühlschrank verstaut, denn heute gibts die 2. Portion King-Crabs, aber auf dem Grill! Sehr Lecker.

Mittwoch morgen wird mit der Heckbrause im Freien geduscht! Dann geht‘s los mit wenig Wind. Aber die Richtung stimmt und somit wird der Gennaker gezogen. Wir segeln langsam Richtung Hammerfest als uns eine Gruppe Schweinswale begleitet. Immer wieder ein emotionales, Adrenalin ausschüttendes Gefühl. Ziehen an der vorgelagerten Insel Melkøy vorbei, auf der die Grossraffinerie „Schneewittchen“ stationiert ist. Die Raffinerie wird von einer 146 km langen Pipeline von der Barentsee gefüttert. Unglaublich!!

Als wir im Hafen von Hammerfest festmachen kommt der Hafenmeister und teilt uns mit, dass wir anlegen aber nicht an Land dürfen. Ziemlich konsterniert fragen wir wieso? Sind ja schon 3,5 Wochen in Norwegen! Er meint Ahh , dann sollte es gehen, er kläre es ab! Da wir länger von ihm nichts gehört haben, erkunden wir, trotz allem, die übersichtliche Stadt.

Sind beim Aperitif da läutet das Natel und erhalten doch Schiffsarest!

Somit wird die Reservation von dem empfohlenen Restaurant wieder abgesagt und es gibt extrem feinen Skrubbe.

Bis jetzt waren die Norweger ziemlich entspannt betreffend Corvid. Keine Masken, Social distance auch kein grosses Thema, das einzige überall Desinfekionsmittel, welches auch benutzt wird. Sie hatten da im Norden wenig bis keine Fälle! Wir Schweizer haben seit einer Woche bei der Einreise in Norwegen Quarantäne Pflicht. Mit dem Hurtigrutenfall in Tromsø und den weltweit steigenden Zahlen wurden in Norwegen neue Gesetze festgelegt, die so glauben wir, einige in Hammerfest missverstanden haben. Denn bis anhin wurden wir meist freundlich empfangen und Willkommen geheißen.

Hammerfest

Donnerstag morgen beginnt Susanne mit der Phonerei. Div. Telefonate bis schliesslich jemand die Verantwortung übernimmt und wir an Land dürfen.
Natürlich auf zum Eisbären-Club. Sehr interessante Photo- Bild Führung und Susanne ist nun Mitglied im Club.

Los geht’s mit drehenden Winden Richtung Süden. Die Silmaril mit Ursula und Alex ist uns auf den Fersen. Am Abend haben wir im Bekkarfjord abgemacht. Wir sehen von weitem ein Segelschiff, welch Seltenheit. Wir nehmen an, dass es die Silmaril ist, nur stimmt die Richtung nicht. Somit wird das AIS zu Hilfe genommen und wir stellen fest, das Schiff ist nicht die Silmaril. Aber es ist ein Schweizerschiff, nämlich die bekannte Pachamama Toptotop. Gibt es so was?
Wir haben auf unserer Reise bis anhin 1 norwegisches Segelschiff gesichtet. Allgemein hat es hier wenig Schiffe ausser Fischer natürlich! Wir nehmen an dieses Jahr durch Corvid noch weniger. Ist ein spezielles Erlebnis fast gänzlich alleine auf dem Meer zu sein mit allen Vor- und Nachteilen!
Wir geniessens! Wir haben mit der Pachamama Kontakt aufgenommen und hatten mit Dario ein sehr nettes, interessantes Gespräch. Sie sind eine Familie die schon seit 20 Jahren unterwegs sind, mit ihren 6 Kindern die alle zum Teil auf verschiedenen Kontinenten geboren wurden. Chapeau! Wir würden uns sehr freuen wenn wir uns später mal treffen könnten.
Wer etwas mehr erfahren möchte, kann auf folgendem Link nachschauen. toptotop.org

Wir segeln weiter,

wobei der Wind immer mehr zum erliegen kommt. Schliesslich wird mit Motor zur Bucht gefahren. Einen wunderschönen Ort, hat da Alex gefunden.

Ein kleiner Metallsteg wo gerade beide Schiffe Platz haben. Am Morgen noch ein kleiner Spaziergang durch den Sejland National-Park. Wunderschön!

Schon geht‘s weiter Richtung Alta wohin wir uns wieder einmal vor dem nächsten Unwetter verstecken wollen. Wir vertreiben uns noch etwas die Zeit mit Fischen. Zuerst 2 kleine die wieder ins Wasser dürfen, dann einen Dorsch der bleiben darf. Wir machen in Alta in der Urnesbukta nebeneinander fest. Am Abend geniessen wir das Chili con Carne auf der Silmaril.
Samstag geht‘s mit Bus ins Alta Zentrum, dann weiter in‘s Museum. Wow! Das lohnt sich. Die grössten Felsritzungen respektiv Felszeichnungen

von Europa , gemacht vor 7000-5000 Jahren, erwartet uns. Wir erwandern den interessanten Pfad mit Audio-Guide und sind völlig fasziniert. Wir verbringen den ganzen Nachmittag dort.

Am Abend gibt‘s auf der Cachana Dorsch mit Kapernsauce und Reis. Sehr lecker! Heute Nacht soll der Sturm loslegen der sicher bis Montag dauern wird,

Heute Sonntag immer wieder starke Böen und immer wieder Regen. Wir nutzen die Zeit um zu Schreiben und kleine Instandstellungen auszuführen. Heute Abend gibts auf der Cachana Raclette. Unsere Gäste Ursula und Alex, wir freuen uns.

Bis bald und herzliche Grüsse die Cachanieros

2 thoughts on “Honningsvåg nach Alta

  1. Hallo Ihr zwei Lieben
    Ihr seid ja ein richtiges Nordseepaar geworden mit allen Facetten. Ich kann Euch sagen, das wäre nichts für mich, finde Euch beide aber toll, wie Ihr das meistert. Wenn ich eure Küche belese, läuft mir das Wasser aus den Mundwinkeln, bin ich doch, jedes Jahr nach Arcachon geflogen um drei Tage lang nur Meeresfrüchte zu geniessen und dabei habe ich mein Schiff per Zufall gefunden und gekauft. Nach 34 Jahren immer noch Hochseetauglich und schnell. Ninotschka und ich wünschen Euch weiterhin viel Glück und Gesundheit und bis bald wieder. LG

  2. Hallo ihr Zwei! Immer wieder spannend eure Berichte zu lesen und die tollen Fotos zu sehen. Hoffe der Sturm ist glimpflich vorbei gezogen. Weiterhin eine interessante Zeit. Herzlich Karin & Kurt

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