Auf dem Rückweg durch den Crinan Canal

Sonntag Abend, der 13. Juli.
Gegen 17.00 Uhr erreichen wir Crinan. Es hat bereits aufgefrischt und falls Ihr Euch an den letzten Blog erinnern mögt, hat das Crinan Office uns mitgeteilt, dass wir auch direkt in der offenen Schleuse Übernachten dürfen. Da es heute Nacht stürmisch werden soll, fahren wir in die Schleuse und machen fest. Wir sind alleine. Drin ist es windstill. Aber die Geräuschkulisse ist imponierend da das Wasser über das geschlossene Tor, Wasserfall ähnlich, fällt.

Was soll‘s. Kaum festgemacht kommt der Schleusenwärter vorbei. Er spricht uns nett an und macht uns darauf aufmerksam, dass wir der Tiede, ca. knappe 3m, ausgesetzt sind. Guter Tipp haben wir gar nicht daran gedacht, aber logisch. Wir nehmen unsere beiden langen 30m Seile und binden so die Cachana fest. Wir bauen den Grill am Heckkorb auf. Spezielles Gefühl in der Schleuse zu grillieren!

Abends hat eine Crew die gleiche Idee und fährt mit ihrem Segelschiff ebenfalls in die Schleuse. Eine Familie mit 3 Kindern. Gleich nach dem Festmachen wird gegrüsst etwas gequatscht und ein paar Branchli werden übergeben, nicht nur zur Freude der Kinder. Der Wind dreht auf und wir müssen die Cachana straffer anbinden sonst ist die Gefahr zu gross, dass die beiden Schiffe zusammen stossen. Susanne und ich stellen den Wecker 2 stündlich alternierend, um die Leinen zu lösen bzw. nachzuziehen. Auch unser Nachbar bleibt bis 02.00 auf. Das Crinan Office hatte uns mitgeteilt, dass die erste Schleusung um 8.30 Uhr beginnen soll. Ziemlich müde, sind wir um diese Zeit parat zum Schleusen. Es wird dann 9.30 Uhr. Macht nix, dafür hat‘s aufgehört zu Regnen und die Sonne guckt zwischen den Wolken durch. Wir bewältigen 2 Schleusen hintereinander und fahren ein kleines wunderschönes Stück weiter,

bis wir nach der Bellanoch Bridge an einem idyllischen Ort festmachen.

Kaum festgemacht beginnt es zu regnen aber nicht lange. Wir machen einen Spaziergang am Ufer entlang Richtung Crinan. Susanne möchte dort ein paar Austern kaufen. Der Skip läuft nicht die ganze Strecke. Toll, die Skipperin kommt mit 12 Austern zurück. Jetzt gibt’s Apero auf einer Sitzbank mit toller Aussicht und Sonnenschein.

Wunderschön.

Zum Abendessen gibt‘s dann die feinen Austern, sehr lecker und anschliessend noch das Resteessen vor ein paar Tagen „ Chili con carne“ 🤪 Nicht gerade das passende nach Austern 🦪 aber trotzdem sehr fein😉!

Nächsten morgen regnets,

Wir haben vor 36 Jahren geheiratet, der Frühstück Champagner wird ausgelassen, wir haben 9 Schleusen vor uns!

Wir sind in den 9 Schleusen immer mit der gleichen Gruppe zusammen, ein Motorboot mit Schotten, ein Segelschiff mit Iren und wir, sehr nett!

Dann vor der Oakfield Bridge machen wir fest, die anderen ziehen weiter! Wir wollen doch noch etwas feiern! 🥂🍾🎉 Und immerhin hat es aufgehört zu regnen. Nachtessen, jetzt kommt‘s „ Wir haben doch noch so einen Lobster im Kühlschrank, dem die Skipperin eigentlich die Freiheit schenken wollte. Köstlich wir geniessen Ihn 🦞zu Zweit 🤪. Anschliessend den gefangenen Köhler auf Lauchbett, himmlisch! Nächsten Morgen geht’s weiter, noch 4 Schleusen. Zusammen mit einer englischen Segelfamilie bewältigen wir die nächsten 3 . Für die letzte Schleuse, das Sealook in Ardrishaig, müssen wir ca. 2 Stunden warten, es ist Ebbe und zu wenig Wasser. Wir nutzen die Zeit um was zu Essen.

Um 12.30 Uhr ist es soweit,

wir schleusen und sind wieder auf See. Der Crinan Canal ist wirklich empfehlenswert und einfach nur schön und doch freuen wir uns wieder auf die See mit der Weitsicht.

Auch sind wir froh, dass wir ohne Kratzer die Schleuserei geschafft haben. Wir haben schönes Wetter, mit Sonnenschein und kein Wind.

Wir fahren unter Motor zu dem 5 sm entfernten Otter Ferry. Bei einem kurzem Unterbruch und fängt der Skip eine schöne Makrele. Angekommen wird an einer Boje festgemacht. Es sieht hier sehr gemütlich und ruhig aus, Landschaftlich eindrucksvoll und nur ein paar wenige Häuser.

In einem der Häuser ist eine Bar/Restaurant, auf dem Namen laufend Oystercatcher und die Rezensionen im Internet sind hervorragend.

Wir packen das Dinghy „Reesi“ aus und fahren an Land. Angekommen sitzen wir auf der Wiese des Restaurants an einem Tisch und möchten ein paar Austern bestellen. Leider kommt die Meldung „sold out“! Da ist nichts zu machen. Enttäuscht bestellen wir 2 Glas Weisswein, aber alles gut. Wir geniessen unser Glas mit Seesicht und werden von einem Crew Mitglied, von einem benachbarten Segelschiff, mit Dudelsack-Spiel berieselt. Aus der Ferne und in der Natur hört sich das toll an, insbesondere in Schottland.

Donnerstag Morgens möchten wir nach Loch Ranza segeln, ca. 20sm. Die Sonne scheint, der Wind bläst uns mässig entgegen. Wir kreuzen gegen den Wind mit Vollbesegelung, es dauert nicht lange und schon haben wir das 2. Reff im Grossegel eingebunden. Natürlich ziehen nach und nach mehr Wolken auf, dann eine Front mit viel Wind und sehr viel Regen, die Tropfen sind sehr sehr gross!

Wir denken, praktisch wäre eine Skibrille mit Scheibenwischer, gibt‘s so was? Gegen 16.00 Uhr machen wir an einer Boje fest. Zum Glück hat es aufgehört zu Regnen und wir können die völlig durchnässten Kleider aufhängen. Mit dem Wind trocknen sie einigermassen. Die Luftfeuchtigkeit ist natürlich trotzdem hoch. Wir geniessen den wunderschönen Abend. Am nächsten Morgen fahren wir mit Reesi an Land

und spazieren zur Aaran Distillery, wir waren ja schon vor 2 Jahren hier.

Käufig sind wir nicht, aber einen Café gibt’s schon noch. Dann zur Cachana zurück und wir legen ab. Wir segeln nach Millport, auf einer Insel gegenüber Largs.

Unterwegs halten wir an um zu Fischen. Ein paar Makrelen wären zum Schluss schon toll. Susanne versucht es und nicht lange dauerts und einer hat angebissen. Wir möchten mehr, also nochmals, diesmal 5 Makrelen am Haken . Das reicht! Angekommen in Millport machen wir an einer Gästeboje fest.

Sehr hübsche Ambiance, ein bisschen mediterran, insbesondere die Sonne scheint mit voller Kraft und es ist richtig warm!

Wir fahren mit Reesi an‘s Land und spazieren durch das Dorf. Hier ticken die Uhren etwas langsamer, die Geschäfte schliessen um 16.00 Uhr. Macht nix wir brauchen nicht mehr viel. Zurück auf dem Schiff wird der Grill vorbereitet. Vorspeise Makrelen Sashimi, dann vom Grill ein Shirloin Steak mit Broccoli und zum Dessert ein Raclette Brötchen.

Sehr fein!

Samstag Morgens 6.30 Uhr, ( Schweizerzeit 7.30 Uhr) läutet das Telefon. Wir vermuten keine gute Nachricht! Chantal ist am Tel. und meldet traurig, dass es unserem Luuser (unsere 18 jährige Katze) nicht gut geht. Wir entscheiden miteinander, dass Sie zum Tierarzt gehen soll. Nach Absprache mit dem Arzt haben wir gemeinsam zugestimmt, dass Luusi nicht leiden muss. Wir sind sehr traurig! Gleichzeitig sind wir unterwegs nach Largs wo wir unsere Reise frühzeitig beenden werden.

Manchmal kommt es anders als man denkt. Gegen 10.00 Uhr sind wir bereits in Largs. Wir füllen noch den Dieseltank und möchten die Segel noch trocken bergen, was auch gelingt.

Am Sonntag Abend gibts das letzte Nachtessen auf der Cachana. Eines von unseren Lieblingsessen, wie ihr wisst.

Dienstag 10.00 Uhr haben wir den Krantermin und sind bis dahin beschäftigt mit Abbauen, Räumen, Waschen, Reparaturen, Reinigung und Organisatorischem. Am Montagnachmittag beziehen wir unser Air B&B in Largs. Wir können uns ein Schmunzeln nicht verkneifen. Sieht selbst. Aber es ist sehr sauber und gemütlich.

Dienstag Morgens 8.40 Uhr lösen wir die Leinen, fahren unter Motor nach Fairlie Quai, unsere Stimmung ist etwas wehmütig. Am Ziel angekommen erwarten uns die Werftangestellten bereits mit den Leinen. Wir fahren in die Gurten und routiniert wird die Cachana an Land gehoben.

Jetzt werden noch die restlichen Arbeiten an und auf der Cachana ausgeführt. Am Mittwoch morgen wird sie schon in die Halle transportiert und auch das Cover zum Schutz der Vögel wird angebracht.

Nun heisst es Abschied nehmen. Anschliessend geniessen wir zu zweit noch den letzten Abend in Schottland. Donnerstag morgens gehts ans Packen und einen feinen doppelten Espresso holen beim nahen Italiener. 10.00 holt uns das Taxi nach Glasgow Airport ab. Wir fliegen über Amsterdam nach Zürich wo wir von Joëlle und Kinder herzlichst empfangen werden. Wir freuen uns auf Euch alle daheim. Herzliche Grüsse und hoffentlich bis zum nächsten Jahr Cachanieros

Wie geht’s weiter!

Montag, 30. Juni

Morgens 5.00 Uhr schrillt der Wecker! Didé serviert den Kaffee und bald heisst es Tschüss sagen. Didé kann bei trockenem Wetter zum naheliegenden Bahnhof marschieren.

Gleich beginnt es mal wieder zu regnen. Wir steigen nochmals in die Koje mit Kaffee und besprechen wie’s weiter geht.
Schon vor den Ferien hatte ich hie und da ein Zwicken in der Leistengegend. Mhh,habe ich wieder einen Leistenbruch , fragten wir uns? Es scheint so. Leider meldet sich diesmal der Schmerz immer schneller und ich bin nicht mehr so beweglich. Somit fallen Spaziergänge etc. für mich aus. Auch sind die Wetterprognosen für die nächste Zeit nicht erquickend. Feucht und immer wieder genug Südwestwind, der den Weg zurück auch nicht erleichtert! Wir entscheiden uns, dass wir nicht zu den äusseren Hebriden segeln, sondern umkehren und früher nach Hause kommen in der Hoffnung, dass ich dann bald operiert werden kann und schnell wieder Fit bin. 

Noch ein kleines Nickerchen bis 9.30 Uhr. Es regnet immer noch! Wir fahren unter Motor in die 12sm entfernte Isleornsay Bucht. Wir waren vor 2 Jahren mit Chantal und Matthias schon hier. Es hat damals schon geregnet. Der Anker fällt und es regnet immer noch, keine Lust für Landgang.

Nächsten Morgen scheint die Sonne, so schön.

Das Morgenbad von Susanne bleibt leider aus, zu viele Quallen. Leider heute kein Wind! Wir fahren wieder unter Motor zu der 30sm entfernten Insel Canna. 10sm vor dem Ziel möchte der Skip kurz einen Angel Versuch starten, wir lassen uns über einer vielversprechenden Stelle treiben und die Angel wird geworfen ein paar Minuten und es zupft und rupft. Der Ertrag wird gleich mit Kraft hochgekurbelt, denn 4 Köhler (der Dorschfamilie angehörend) haben zugebissen. Der 4. hat Glück er ist noch ein bisschen klein, damit darf er nochmals in sein Reich der Meere zurück. 

Kaum in Canna angekommen ist die für uns unangenehme Motor-Fahrt schnell vergessen. Schon in der Einfahrt beeindruckt uns die extrem schöne Landschaftsformation mit dem intensiven grün.

Wir erwischen noch die letzte der 10 Bojen. Wir machen noch einen kurzen Landgang, bewundern die wunderschöne Landschaft und geniessen das schöne Wetter. Am Abend wird die Kohle im Grill erhitzt und es werden leckere Hamburger gebraten, dazu ein Bohnen, Peperoni, Zwiebel Ragout! Nächsten Morgen nimmt die Skipperin ein kurzes, erfrischendes Bad unter der wärmenden Sonne. Dann wird Sie mit dem Beiboot an Land gebracht.

Sie begibt sich auf eine Wanderung um die Bucht.

Gerne wären wir noch eine Nacht geblieben aber die Wetterprognosen lauten einstimmig: Donnerstag soll’s wieder regnen mit Windböen 6-7 aus Süd-West.

Am Freitag: Dauerregen mit Windböen bis 8. Wir haben für Donnerstag und Freitag  Abend einen Liegeplatz in Mallaig reserviert. Deshalb legen wir am Nachmittag ab und segeln zur 10sm entfernten Bucht auf der Insel Rhum, die wir auch bereits aus dem vorletzten Jahr kennen. So haben wir am Donnerstag nur noch 15sm nach Mallaig statt 25sm. Auch am heutigen Abend wird der Grill gezündet, wir geniessen die exzellente Hirschlende mit Salat.

Donnerstag Morgen, wie die Wetterprognosen prophezeiten, viel Regen und viel Wind zum Glück aus der richtigen Richtung. Wir setzten nur die Genua und auch die, im gerefften Zustand und segeln mit 6-8kn Richtung Mallaig.

Wir segeln am Kap der Süd Ostseite der Insel Ile of Skye vorbei. Dort begegnen uns viele, viele Delphine die über die hohen Wellen springen, ein grosses Spektakel, so haben wir das noch nie gesehen, leider sehr schwer zur fotografieren und doch sind der Skipperin einige gelungen.

In Mallaig angekommen, die Auskunft vom Hafenmeister der Hafen ist voll wegen schlechtem Wetter. Unser Einwand, dass wir ja reserviert haben, kam seine Entschuldigung er hatte es gestern nicht mehr im Griff aber wir können am Kopfsteg als 3. ins Päckli! Passt auch! Heute Abend gibt‘s den gefangenen Köhler auf Lauchbeet mit Reis. Wir lieben’s! 

Freitag Morgens, es regnet in Strömen, wir Duschen und der Skip besucht den besten Bäcker in Schottland den wir kennen. Dann gemütlich ein paar arbeiten, Blog schreiben, etc. Freitag Abend gehen wir ins Restaurant Crab & Creel, vor 2 Jahren waren wir schon dort und es ist uns sehr gut in Erinnerung geblieben. Wir sind wieder in die vollen gegangen und haben eine Seafood-platter für 2 bestellt!

Extrem lecker und viel zuviel!!! Wir nehmen den Rest den wir nicht geschafft haben mit nach Hause! 

Samstag ist Trüb, leichter Regen Wind aus der falschen Richtung, wir bleiben liegen! Nicht ganz das 2. Schiff im Päckli will am 9.00 Uhr ablegen, somit sind wir 8.50 Uhr bereit und punkt 9.00 Uhr legen wir ab, damit das Nachbarschiff ablegen kann. Wir machen dann wieder fest am 1. Schiff der uns dann gleich mitteilt, dass er um 16.00 Uhr ablegen möchte. Wir machen ein paar Einkäufe und einen kleinen Bummel durch Mallaig. Pünktlich 15.45 sind wir bereit ablegebereit! Na ja, der nimmt’s nicht so genau es wird 17.00 Uhr! Jetzt liegen wir direkt am Steg! Heute Abend gibt’s feine Pasta mit unserem Fischsud die letzten Köhlerfilet vom letzten Fang und den Resten Meeresgetier, dass wir am Freitag nicht geschafft haben, sehr, sehr fein.

Sonntag, der 6. Juli

Endlich mal nördliche Winde und das nicht wenig! Wir funken kurz den Hafen an und erhalten die Erlaubnis aus dem Hafen zu fahren. In Mallaig ist Pflicht vor dem ein-/ausfahren das Hafenbüro an zu funken, da die Einfahrt eng ist und falls die Fähre gerade am ein-/rausfahren ist….. lieber nicht!!

Wir ziehen nur das Vorsegel und rauschen mit 6-9kn Richtung Süden unser Ziel ist eine gut geschützte Bucht nähe Tobermory! Angekommen stellen wir fest, dass in dieser Bucht Fallwinde mit über 30kn bläst. Ok, zurück nach Tobermory und schnappen uns eine Boje da schlafen wir bedeutend besser.

Am nächsten Morgen fahren wir mit dem Dingy zum Hafen machen noch ein paar Einkäufe. Wir können nichts dafür! Da hat es doch ein angeschriebenes Haus mit einer beschrifteten Tafel 6 Austern + 2 Gläser Champagner, sehr fein! Dann zur Cachana zurück und wir legen ab und setzten wieder nur das Vorsegel und rauschen Richtung Oban,

wo Walter mit seinem Schiff mit dem gebrochenen Mast auf uns wartet. Ein freudiges Wiedersehen und wir geniessen zusammen ein feines Raclette auf der Cachana.

Heute Morgen, Dienstag lädt uns Walter zum Kaffee ein,

er ist oberglücklich, da er die Nachricht erhalten hat, dass sein neuer Mast transportbereit ist. Jetzt muss nur noch ein guter Spediteur gefunden werden der den 11m Mast von Südengland nach Schottland bringt. Wir füllen unser Wasser + Dieseltank auf

und segeln mal wieder ins Loch Spelve, kaum hält der Anker nehmen wir unser Dinghy und holen in der Muschelfarm 2 kg, Miesmuscheln, somit ist auch klar was es zum Nachtessen gibt. Freuen uns!

Mittwoch, den 12. Juli 10.00 Uhr wird der Anker gelichtet.
Unser Ziel ist die 30sm entfernte Insel Colonsay. In der Bucht Scalasaig hat es 5 Gästebojen, wo wir festmachen möchten. Wir haben Gegenwind und müssen alles aufkreuzen und dies mit zum Teil dichtem Nebel, der Radar läuft.

Als wir in Feldstecher Sichtweite kommen stellen wir fest, dass schon einige Masten in der Bucht sind. Andere Segler haben die gleiche Idee gehabt. Ankern möchten wir nicht da viel Wind angesagt ist und es dort viel Seegras hat. Kurz entschlossen segeln wir nach Loch Tarbert, noch 8 sm aber ohne aufkreuzen. Schnell sind wir dort, beim hinauf Weg, falls Ihr Euch erinnert, hat unser Anker nicht gehalten, deshalb fahren wir tief, tief in die Bucht hinein, um viele Felsen und Steine herum. Angekommen stellen wir fest, dass sich das ausgeschüttete Adrenalin gelohnt hat. Wir ankern und geniessen die Ruhe, ein magischer Ort. Nur schade, dass die Sonne nicht scheint, dies wäre das i- Tüpfelchen gewesen. Die Nacht verläuft völlig ruhig. Wir spüren nichts von den starken Winden auf See!
Donnerstag morgen geniessen wir noch die Umgebung mit einem Café.

Dann Anker rauf und wir fahren meist unter Motor nach Port Ellen.

Mit einem kleinen Zwischenhalt. Die Skipperin wirft die Angel aus, erfolglos! Ein nächster Halt ist schon etwas erfolgreicher oder doch nicht, der Köhler der am Haken hängt ist etwas klein, er wird erlöst und zurück ins Wasser gelassen. Am 3. Ort klappt’s. Ein genug grosser Köhler hat angebissen und wird an Bord gezogen, der 2. folgt im gleich!😀

Gegen 17.00 Uhr machen wir in Port Ellen fest. Die Wettervorhersage hat für Freitag-Sonntag wunderschönes, warmes Sommerwetter angesagt.

Wir könnens fast nicht glauben freuen uns riesig.

Wir hoffen, dass der Lobster/ Krabbenfischer in die See rausgeht und dass wir ihm bei seiner Rückkehr etwas von seinem Fang abnehmen können. Aber das Boot liegt ruhig da.😩 Plötzlich sehen wir ein anderes grösseres Fischerboot reinkommen. Der Skip geht mit Plastiksack und Portemonnaie zur Anlegestelle und fragt die Besatzung ob Sie was gefangen haben und falls ja was? Die Antwort war „of course“! Scallops! Oh! Kann ich welche kaufen? Auf die Frage wieviel Stück? 20 wären toll! Ein kurzes Nicken! Ich muss warten bis die Ladung ausgeladen ist. Jetzt kommt ein junger Mann aus der Ladeluke und drückt mir einen Sack in die Hände. Auf meine Frage wieviel es kostet, schüttelt er vehement den Kopf und sagt, enjoy“ ! Die Schokolade nimmt er dann doch gerne! Wie wir das schon auf den Shetlands gelernt haben, legen wir die Scallops min. 12 Std in Süsswasser ein, dann öffnen sie sich und man kann sie auslösen.

Am Freitag morgen werden wir von den warmen Sonnenstrahlen geweckt, so schön! Wir geniessen draussen den Café und unterhalten uns mit den sympathischen Nachbarn. Wir möchten eine kleine Bustour nach Bowmore machen. Vorher macht sich der Skip an die Arbeit der Scallops

und die Skipperin geht Einkaufen.

Währenddessen wird beobachtet, dass der Lobster-Fischer ausläuft! Kurz nach dem der Skip die Scallops fertig ausgelöst hat kommt der Lobster Fischer rein! Ihr kennt das ja schon. Der Skip kommt zurück mit 3 Lobster und 2 grossen Krabben und das für 50£. Jetzt müssen die Tierchen so schnell als möglich gekocht werden. Sie sollen so wenig Leiden wie möglich. Leider haben wir nicht so grosse Töpfe! Also zuerst die 2 Krabben, dann 2 Lobster, der 3. hat kein Platz. Die Skipperin fragt immer wieder, ob wir dem 3. die Freiheit zurückgeben sollen? Zum Glück setzt sich der Skip durch. Weshalb? Das kommt später! Schlussendlich landet der 3. auch im Kochtopf.

Nachdem alles aufgeräumt, gewaschen und die Tierchen im Kühlschrank liegen ist es zu spät für eine Bustour.

Wir bleiben noch einen Tag.
Samstag nehmen wir den Bus nach Bowmore. Der Bus hat seine Glanzzeit hinter sich. Es knirscht und klappert man versteht sich fast nicht. In Bowmore angekommen spazieren wir durch das Dorf.

Ein hübscher ruhiger Ort in einer Bucht mit kleinem Hafen und einer Destillery. Die Whiskykenner kennen sicher den Bowmore Whisky 🥃.

Aber vor der Degustation möchten wir gerne etwas Essen. Wir finden ein gemütliches Restaurant, sogar mit Terrasse mit Blick aufs Wasser. Wir geniessen eine Antipasti Platte! Sehr fein und sehr nett!

Dann in die Bar der Destillery und der Whisky auch sehr fein. Jedoch kaufen wir den 200 £ teuren Spezial Edition nicht ein. 😀

Anschliessend im Coop einkaufen und mit einem Glacé warten wir auf den Bus. Ein wunderschöner Tag geht zu Ende. Sonntag Morgen werden die Leinen gelöst und wir segeln nach Crinan. Wir haben uns entschieden über den Crinan Kanal nach Largs zu segeln. Den grössten Teil der Strecke bringen wir segelnd mit genügend Wind hinter uns.

Teilweise segeln wir mit 9kn über Grund, da wir Strömung bis zu 3 kn haben. Bereits ziehen Wolken auf, in der Nacht ist Starkwind prognostiziert. Wir telefonieren mit dem Office of Crinancanal und er teilt uns mit, dass die Schleuse offen ist. Wir dürfen, falls wir möchten, in der offenen Schleuse windgeschützt übernachten. Gesagt getan! 😉Fortsetzung folgt…..😜

Mit lieben Grüssen an Allen lesenden!

Cachaneros

CACHANA Blog 2025 🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿 von Didé, Teil 2

Mittwoch, 25.06.2025

Insel Muck Ankerbucht – Mallaig

Ausgeschlafen, Kaffee, die einen noch ein Morgenbad, leider ohne Seehund Begleitung. Dann 10.30 Anker hoch, wir segelten nach Mallaig. Leider war der Wind bescheiden, das Wetter mehrheitlich bedeckt, aber mit wenig Niederschlag. Immer wieder sonnige Aufhellungen nahmen wir gerne an. Um 15.30 konnten wir nach 19 NM im Hafen von Mallaig anlegen. Gut die Hälfte hatten wir gesegelt. Die Hafeneinfahrt von Mallaig war noch speziell, da hatte es ein Rotlicht, wie bei der Einfahrt in eine Schleuse.

Per Funk erhielten wir von der Kapitanerie bei nicht Rotlicht die Genehmigung zur Einfahrt in den Hafen. Der Hafenmeister hatte uns einen Platz am Schwimmsteg zugewiesen. Den frühen Abend hatten wir im Dorf verbracht mit Erkundungen.

Leider hatte das Sea Food Restaurant geschlossen und den Fischhändler gab es nicht mehr. Dafür konnte ich Leim kaufen um den Flaggen Stick wieder in Postion zu bringen. Leider gab es keine Rettungsboje zu kaufen! Wie immer mussten wir im Pub noch einen Trinken. Susanne war nicht so trinkfreudig, was leider auf ein Magen Darm Problem zurückzuführen war.

Donnerstag, 26.06.2025

Mallaig – Plockton (Bojenbucht)

Wir legten erst um 12.30 Uhr ab.

Meine Wenigkeit wollte vorher noch eine Dusche geniessen, nachdem ich diese am Abend zuvor ausgelassen hatte. Das gute an der Geschichte war, neben den schönen Duschen gibt es eine Bäckerei. Ich konnte es somit nicht lassen und hatte mich nach dem Duschen in Warteschlage gestellt um mit feinem Brot zurück auf’s Schiff zu kommen. Leider gab es für Susanne nichts Glutenfreies und die letzte Zimtschnecke, die ich Chérif bringen wollte schnappte sich der Käufer vor mir. Schade!

Uns erwartete ein Segeltag mit 28 NM bei 20 KN Wind. Leider zwischendurch ein wenig feucht. Um 17.30 hatten wir an einer Boje in der grossen Bucht von Plockton festgemacht.

Das feuchte Wetter und nach wie vor ein zügiger Wind führte dazu, dass niemand Lust hatte Resi aufzupumpen um damit an Land zu gehen.

Freitag, 27.06.2025

Plockton – Portree (Bojenbucht mit Stadtanschluss)

Auch der nächste Morgen zeigte sich von der feuchten Seite. So blieben alle am liebsten im Bett um ein wenig zu lesen. Gegen Mittag rafften wir uns aus den Federn und beschlossen weiter zu segeln. Für Samstag war Sturmwind angesagt, daher hatten wir wieder eine sichere Bucht mit Bojen ausgesucht um gut zu liegen. Schliesslich legten wir dann um 11.20 an der Boje ab.

Wie wollten nun auf dem Am Wind Kurs mit 20 Knoten böigen Winden das neu eingezogene Reff 3 im Grosssegel ausprobieren. Diese bewährte sich bestens. Zusammen mit der zur Fock gerefften Genua lief die Cachana bestens ihren Kurs hoch am Wind.

Kurz vor dem Ziel schien der Wind einzuschlafen, doch nur bis zur Einfahrt der Bucht, wo er uns mit starken Böen von vorne empfing. So wurden die Segel geborgen und wir fuhren unter Motor die letzten 1.5 NM ins Bojenfeld. Da war der Wind auch noch heftig und kleine Wellen begrüssten uns.

Doch wir schnappten und ein Boje machten fest und waren der Überzeugung das wars jetzt. Ankunftsdrink.

Leider kam es anders als gedacht. Durch die steigende Flut hängte sich die Cachana so stark an die Boje, dass diese am Schluss an der Bordwand hing. Also mussten wir raus. Der Wind war noch ein wenig stärker und die Wellen auch mit dem kurzen Fetsch nicht zu vernachlässigen.

Leider hängte sich der Bojentross bei der Fussreling unter die Chromstahlkante, was dazu führte, dass diese stark beschädigt wurde. Losmachen ging unter dieser starken Spannung gar nicht mehr, so dass wir uns schweren Herzens entschliessen mussten den Tross durchzuschneiden.

Mit 30 Knoten Wind wurde die nächste Boje angesteuert und schliesslich im 3 Anlauf waren wir wieder fest. Es stand uns eine schaukelnde Nacht bevor.

Samstag, 28.06.2025

Hafentag an der Boje Portree

Ausschlafen ist immer etwas Schönes. Am Morgen hatte der Wind etwas abgenommen. So wollten wir doch wie angedacht mit Resi an Land. Doch kaum hatten wir mit Aufblasen auf dem Vorschiff begonnen, nahm der Wind wieder zu. Wir hatten Böen von mehr als 35 KN. Fast ist Resi in einer Bö davongeflogen. Doch alles bestens. Schliesslich gingen nur Susanne und ich an Land, da Chérif auf die Cachana schauen wollte. Mit Vollmontur machten wir uns mit Resi auf den Weg zum Dingisteg. Mehr feucht als trocken kamen wir da an. Wo wir von einem Crew Mitglied unseres Nachbarschiffs empfangen wurden Dieser teilte uns mit, sie hätten einen Video von unseren Vorabendmanövern gemacht. Dieses hatte er uns auch geschickt, es ist eindrücklich sich mal von aussen betrachtet zu sehen.

Das Hafenmeisterbüro war leider nicht besetzt und unter der angegebene Telefonnummer hatte niemand abgenommen. So stellten wir die abgeschnittene Boje vor seine Eingangstüre. Ein kleiner Rundgang in Portree war angesagt. Der Touristenort, sehr hübsch, übersichtlich. Leider kein Fischverkauf, die Fischer meinten es hätte zuviel Wind.

So mussten wir wieder ins Pub um uns zu orientieren. Susanne verliess mich dann um ein wenig in den Läden zu stöbern. Noch kurz einkaufen und dann ging es zurück mit Resi auf die Cachana.

Wir hatten eine viel trockenere Überfahrt mit Wind und Wellen achteraus. Die zweite Nacht war ein wenig ruhiger. Doch wie man weiss, ist der Schreibende keine zuverlässige Quelle für die nächtlichen Begebenheiten.

Sonntag, 29.06.2025

Portree – Key of Lochalsh, Swimm Steg im freien Wasser

Nach Strömungskalender war die optimale Zeit für den Aufbruch 11.00. Am Anfang fast kein Wind. Dann plötzlich Böen, wir fuhren aus der Bucht mit Motor. Schliesslich stellte sich der Wind konstanter und wir konnten bei 10 bis 15 KN die 20 NM segeln. Schliesslich war es mein letzter Tag auf See.

Nach dem Passieren der grossen Brücke nach der Isle of Skye legten wir an einem Schwimmsteg in Key of Lochalsh an. Der Steg lag nicht in einem Hafen und bei den angesagten Südwinden, durfte es wohl wieder eine unruhige Nacht werden.

Der Hafenmeister begrüsste uns freundlich auf dem Steg und erklärte uns, wo die öffentlichen Duschen sind, welche nicht zum Hafen gehörten. Schliesslich stand heute Abend noch das Abschlussessen an. Die Empfehlung im Internet schien nicht schlecht, doch nahm niemand das Telefon ab. Da das Lokal im nahen Bahnhofsgebäude liegt war es klar dass wir da vorbeigingen. Es schien geschlossen. Ein erneuter Telefonanruf. Der Chef kam direkt zur Türe raus. Schliesslich hatte er uns im zweiten Service um 19.30 noch untergebracht.


Zurück aufs Schiff und vor Packen, da kam keine Freude auf!

Umso mehr genossen wir das vorzügliche Nachtessen mit Seafood und Fisch in der kleinen gemütlichen Gaststätte. Danach noch ein Absacker auf der Cachana.

Montag, 30.06.2025

Key of Lochalsh – time to say goodbye – Zugreise nach Edinburgh – Flug in die Schweiz

05:00 Tagwache! Kaffee machen. Tschau Cachana, Tschau Susanne und Chérif, es war einmal mehr wunderbar.

05:45 Abfahrt der Scotisch Rail nach Inverness – Edingburgh. Ich stand 10 Minuten vor Zugsabfahrt allein auf dem Bahnsteig. Ich hatte eine reservierten Sitzplatz 14a im Wagen A.

So wie man es gelernt hatte, wo ist Wagen A? Es hatte nur 2, daher wohl der vordere. Da gab es keinen Sitz 14a. Es war niemand da. Also hatte ich mein Gepäck allein gelassen und war im vermeintliche Wagen B den Sitzplatz 14a suchen gegangen. Fehlanzeige. Also zurück und ich nahm den besten Platz. Der Zug fuhr pünktlich ab, ich sah keine Menschenseele.

Doch bald kam die Schaffnerin. Sie erklärte mir, dass die Lokomotivführerin, Sie und ich im Zug seien.

Da sie ja nichts zu tun hatte setzte sie sich zu mir ins Abteil. Dank Ihrem nicht so schottischen Akzent konnte ich mich angeregt mit Ihr unterhalten. Die Aussicht war eh getrübt, da es in Strömen regnete. Bei Halt 5 stiegen zwei weitere Passagiere ein. Das Stelldichein war damit beendet.

Wir hatten unterdessen die Küste verlassen und der Zug bummelte durch das Schottische Hochland. Eine wunderbare Landschaft zog an uns vorbei, der Regen wechselte sich mit Sonnenstrahlen ab. Je näher wir nach Inverness kamen, desto mehr füllte sich der Zug. Ich denke es waren Arbeitspendler. Um 08.30 kamen wir mit 20 Minuten Verspätung in Inverness an.

Nach Fahrplan sollte es in 50 Minuten weitergehen. Die Fahrplananzeige war unverständlich. Schliesslich fand ich eine nette Bahnangestellte die mir die unverständlichen Lautsprecheransagen übersetzte. Ich sollte mich einfach in den nächsten Zug setzen und dann den Zugbegleiter fragen wie es weitergeht. War ich froh, dass ich bis am Abend Zeit hatte an den Flughafen zu kommen.

So begann die Reise Richtung Glasgow. Am Anfang war der Zug mässig besetzt, doch auch der füllte sich ständig. Eine nette Begleiterin setzte sich in mein Abteil. Ich konnte sie verstehen.

Dann kam eine Schottin, no chance. Mein Gegenüber übersetzte. So vergingen die Stunden.

Plötzlich kam der Zugbegleiter, austeigen an der nächsten Station. OK.

Doch tip top um 14:00 war ich in Edinburgh am Flughafen. Um Mitternacht zu Hause.

Eine wunderbare Reise ging zu Ende.